KW 12 – beste Woche seit Langem!

Wochenübersicht 18.03.2019 –24.03.2019 (KW 12)

Gesamt : 78,2 km, Moderation deutscher Hörbuchpreis, ein 5 km-Rennen und der längster Dauerlauf  …

Wie viel passt in eine Woche?!

WOW, die Woche hat mal gerockt. Ich habe mir zwar vorgenommen, dieses Wort nie mehr öffentlich zu benutzen, aber es beschreibt diese Woche einfach am besten.
Am Dienstag durfte ich den Deutschen Hörbuchpreis 2019 in Köln moderieren und damit die Lit Cologne 2019 eröffnen. Eine 2 stündige Livesendung auf allen Kulturradios Deutschlands (WDR 5, SWR 2, BR 2, etc.) inclusive Livestream auf all diesen Kanälen. Die Preisträger/innen stellten eine illustre Gesellschaft der Hörbuch- und Schauspielwelt dar. Angefangen von Christoph Maria Herbst, Timur Vermes („Er ist wieder da“), Gert Heidenreich, Sandra Hüller (Toni Erdmann), Annette Hess („Weissensee“), Eva Meckbach, Kai-Magnus Sting (WDR Publikumspreis), Judith Lorentz, Stefan Kaminski und Tom Gaebel. So eine Moderation ist immer mehr Arbeit, als du dir vorher vorstellst. Du musst für alle Eventualitäten vorbereitet sein, aber gleichzeitig dafür sorgen, dass die nicht eintreten. Aber so ist der Job und außerdem habe ich ihn mir auch noch freiwillig ausgesucht. Neben dem tatsächlichen Moderationsstress habe mir im Vorfeld auch jedes Hörbuch mindest einmal komplett angehört. Bei z.B. 10 Stunden für „Was vom Tage übrig blieb“ kommt schon was zusammen. Hat sich aber gelohnt, denn ich kann sagen, jeder Preis war der Hammer. Absolut cool das Sachbuch „Rotes Bayern“.

Stress macht müde

Der Mittwoch hat mich dann aber ganz schön ausgeknockt. Morgens um 9:00 ging es schon wieder mit Besprechungen und Coaching los und abends stand ein Bahntraining an. Das erste Mal in dieser Wintersaison, dass ich mitten im Training aufgehört habe. Ich konnte nicht mehr. Eigentlich war ich gar nicht kaputt, aber bei siebten 400er (von 12) hatte ich sowas von keinen Willen mehr gehabt, das ich bei 270m einfach stehen geblieben bin. Und dann musste ich lachen, weil ich so leer war. Nach 5 min bin ich dann doch noch ausgelaufen und habe mich sogar noch in die Sauna geschleppt. Das ging gerade noch.

Pause hilft

Vielleicht hätte ich das Mittwochstraining einfach mal aussetzen sollen. Naja, hinterher weißt du es immer besser. Aber ich habe mir vorgenommen, das „Abbrechen“ nicht zur Routine werden zu lassen. Aber einmal darf man schon 😉
Am Donnerstag lief es schon wieder. Es stellte sich auch endlich ein Gefühl der Zufriedenheit ein, das ich den Dienstag so gut abgewickelt habe. Der Dauerlauf am Abend war ein Geschenk. Die Sonne schien, endlich warm und ich konnte in kurzen Laufsachen starten. 10 lockere und entspannte Kilometer und dann habe ich die nächsten 2 km noch einmal schön gesteigert. Der letzte Kilometer in 3:50. Das habe ich so auch noch nicht geschafft.

Das nächste 5 km-Rennen

Freitag habe ich dann eine Pause eingelegt und bin am Samstag in Köln beim nächsten 5 km-Lauf (Rodenkirchen läuft) angetreten. Natürlich wollte ich die 19:00 knacken. Das Ergebnis: 19:12 Nicht ganz geschafft, aber auch nicht schlecht. Zumindest weiß ich jetzt, dass die 19:04 von vor 3 Wochen keine Eintagsfliege waren. Dann schaffe ich die 19:00 halt demnächst. Am Sonntag stand noch ein lockerer Dauerlauf an, aber weil es nach 3 km so locker lief, bin ich einfach immer weiter gelaufen. 22 km im 4:49 Schnitt. Das lief echt mal locker. War auch der längster Trainingslauf meines neuen Läuferlebens. Spricht für meine Theorie, dass man durchhalten muss. Meistens wird man nicht so schnell besser, wie man es sich wünscht, aber wenn du durchhältst, kommst du irgendwann viel weiter als du am Anfang geplant hast. (Erinnerung: man überschätz, was man in einem Jahr erreicht und unterschätzt, was man in drei Jahren erreichen kann.)

Hier noch ein paar Impressionen vom Deutschen Hörbuchpreis:

Gruppenfotos mit Preisträger/innen
Gruppenfotos mit Preisträger/innen
Vermes & Herbst
Vermes & Herbst
Die Bühne & die "Wellbappn"
Die Bühne & die „Wellbappn“
Judith Lorentz "Unterleuten"
Judith Lorentz „Unterleuten“
Sandra Hüller
Sandra Hüller
Kai-Magnus Sting "WDR Publikumspreis"
Kai-Magnus Sting „WDR Publikumspreis“
Eva Seckbach & Annette Frier
Eva Seckbach & Annette Frier

Und hier die kompletten WOCHENDATEN (KW 12) 

Montag: (abends) EL 9 km ø 4:26, 55 min Zirkel (45 / 15)

Dienstag: (morgens)  DL 11,2 km ø 4:50 (sehr locker)
(abends) Moderation des Deutschen Hörbuchpreis 2019 und Eröffnungsgala Lit.Cologne 2019

Mittwoch: (morgens) platt 
(abends) Bahntraining, EL 3 km, 4 x 400m in ø 80 sec, P = 200m Trab, AL 2 km (Man war ich kaputt!! sollte 12 x 400m laufen, aber nach Dienstag ging nichts mehr … )

Donnerstag: (morgens) 30 min Kraft
(tagsüber) Coaching
(abends) DL 12 gesteigert ø 4:42 (letzten 2 km in 4:10 & 3:50)

Freitag:  (tagsüber) FREI

Samstag: (morgens) 5 km- Rennen „Rodenkirchen läuft“ 19:12, Gesamt 18. Platz, AK 1, EL 3 km, AL 8 km

Der Start
Der Start
Das Ziel
Das Ziel

Sonntag: (mittags) DL 22,1 km locker ø 4:49, Kilometerrekord meines neuen Läuferlebens

Ein kleiner Rekord
Ein kleiner Rekord

Keep on running & dann kommen die Erfolge …

Warum laufe ich – Kolumne im Magazin „Läuft“ & DLV.de

Warum laufe ich?

Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser (ASV Köln) hat die Comedyshow „NightWash“ erfunden und 13 Jahre lang moderiert. Als Comedian, Moderator und Speaker kommt er in den vergangenen 30 Jahren auf mehr als 5.000 Bühnenshows. Seit mittlerweile über zwei Jahren läuft Klaus-Jürgen Deuser wieder und schaffte es als Wiedereinsteiger bei der Senioren-WM in Málaga ins 800-Meter-Halbfinale. In seiner Kolumne nimmt er sich selbst und seine Beobachtungen als Masters-Läufer ins Visier.

Warum?

Ich bin letztens wieder von jemanden gefragt worden: „Herr Deuser, warum laufen Sie denn so viel?“ Warum laufe ich so viel? Also erstens, weil ich Spaß am Laufen habe und zweitens, weil ich fit sein möchte. In der Regel schaut mich dann mein Gegenüber an, denkt kurz nach und antwortet: „Das mit dem fit sein, das würde er (oder sie) verstehen.“

Wenn das keine richtig deutsche Betrachtungsweise ist. Nur „Spaß haben“ ist in Deutschland nicht leicht zu akzeptieren. Seien wir ehrlich, fünf bis acht Mal die Woche zu trainieren, nur weil man mit Mitte fünfzig noch einmal ein paar Wettkämpfen laufen möchte, ist schon ein wenig merkwürdig. Oder? Da sollte es doch zumindest einen vernünftigen Zusatznutzen geben!

Dieses Land braucht mehr Humor

Ähnliches habe ich auch in dreißig Jahren Bühnenleben gelernt: „Spaß haben“ ist keine deutsche Kernkompetenz. In Deutschland musst du zuerst immer klären: Was ist der Nutzen? Gibt es eine Schlüsselbotschaft und ist das alles vernünftig strukturiert?

Meine Antwort steht: Wenn dieses Land irgendetwas MEHR braucht, dann ist es mehr Spaß und vor allem mehr Humor. Natürlich kann man mit Humor nicht jedes Problem lösen, aber Humor ist vorrangig ein Ausrufezeichen gegen Angst.

Einfach mal Spaß haben

Und wenn wir irgendetwas Neues oder Großes erreichen wollen, dann sollten wir versuchen unsere Angst abzubauen. Angst, die uns abhält Neues zu beginnen, Angst, die uns abschreckt über den Tellerrand zu schauen, Angst, die uns hindert wirklich vernünftig zu denken und Angst einfach mal Spaß zu haben.

Also warum laufe ich? Weil ich noch einmal Lust auf Wettkämpfe habe, weil ich Spaß habe schnell zu laufen und weil es mir hilft meinen Kopf aufzuräumen. Und dass das dann auch noch meiner Gesundheit hilft – umso besser. Und wenn ich jetzt auch noch mit sauberen Schuhen nach Hause käme, wäre alles perfekt.

Die Kolumne „Knacki rennt“ erscheint auch in der Zeitschrift „LÄUFT“, dem Magazin von laufen.de. Monatlich finden Sie in der Senioren-Rubrik auf leichtathletik.de eine Ausgabe der unterhaltsamen Serie mit Einblicken in das Läuferleben von Knacki Deuser.