Montagsmaler im Weißen Haus (27.01.2017)

Meine Woche 27.01.2017
Kann sich noch jemand an die #Montagsmaler erinnern? Eine Sendung in der Kinder Begriffe gemalt haben und Erwachsene sie erraten musste?! Es war schon erstaunlich wie man mit wenigen Strichen komplexe Dinge aufzeichnen konnte und allen Zuschauern sofort klar war, wovon die Kinder sprachen. Aber wir sollten uns auch eingestehen: manchmal hatte man überhaupt keine Ahnung, was die uns da aufzeichnen wollten.
Eine ähnliche Faszination übt #DonaldTrump manchmal (sogar auf mich) aus. Manchmal beneide ich ihn fast, wie er mit einer gefühlten Grundschulnaivität für komplexe Probleme augenscheinlich einfache Lösungen aufzeigt. Und doch schon beim zweiten Blick denke ich, da steckt ja überhaupt kein Konzept dahinter. Ich sehe manchmal Ideen, die ich aus der Grundschule kenne: warum Mathe lernen oder sich mit komplexen Sportarten auseinandersetzen, wenn man beim Sackhüpfen oder Armdrücken doch sieht wer gewinnt?!
Ich glaube es ist diese Naivität, die viele Menschen fasziniert und denken lässt, es kann doch auch anders in dieser komplexen Welt gehen. Da muss es doch auch einfache Lösungen geben, weil früher war die Welt doch auch einfach! Wirklich? War die Welt früher einfacher? Oder waren nicht vielleicht WIR früher auch alle Kinder und da hat sich die Welt nun mal einfacher angefühlt?
Meiner Meinung hat es sich schon immer gelohnt Kindern zu zuhören, wie sie die Welt und Dinge sehen. Aber ernsthaft überlegt doch niemand die Geschäfte und die Organisation von komplexen Unternehmen sechs oder siebenjährigen Kindern zu übertragen? (Ich weiß jetzt kommen 1-2 großartige Beispiele für Projekte, wo es doch gehen könnte. Meine Anwort: richtig – 1-2 Beispiele.)
Ähnlich sollte man – meiner Meinung nach – mit Trump umgehen. Nicht immer sofort aufbrausen, sondern nicken, ihn abreagieren lassen und die 1-2 guten Ideen mitnehmen und dann freundlich lächeln und nicht weiter drauf eingehen. Der wird wahnsinnig. Denn leider muss man ihn bis zu einem gewissen Punkt ernst nehmen, denn als Präsident hat er nun mal Macht und das ist – um es klar zu sagen – schrecklich. Aber umso mehr man sich von ihm aufregen lässt, um so mehr schafft er es uns allen seinen Stempel aufzudrücken.
Es ist wie mit Kindern, natürlich muss man Kinder ernst nehmen, aber doch nicht immer und manchmal muss man einfach freundlich weghören und weitergehen. (Um es mit der #Ärzten zu sagen: das ärgert die am meisten…)
P.S.: ich gehe fest davon aus, dass jetzt auch wieder der ein oder die andere kommt und erklärt: das ist doch alles nur Gelabere. Nein, ist es nicht. Trump spielt mit Emotionen und dieses Spiel hat enorme Auswirkungen, denn es lässt uns panisch und irrational handeln. Und diese Entwicklung sollten wir verstehen, damit wieder anfangen zu denken und nicht auf jede Drohung mit einer Drohung zu reagieren. Die Mauer muss erst einmal gebaut werden und Zölle müssen erst einmal eingeführt werden. Wir können noch immer reagieren, wenn er konkret damit beginnt.
Nur um die Engländer tut es mir leid. Ich fand deren charmante Arroganz immer extrem nett, aber zu glauben, dass sie sich jetzt ihre alten Kolonien wieder holen können, halte ich ebenfalls für extrem naiv.
P.P.S.: Natürlich müssen wir protestieren und auf die Straße gehen, aber nicht aus Panik heraus, sondern mit klarem Ziel, mit Witz und Ruhe. (Um es mit der #Ärzten zu sagen: das ärgert die am meisten…)

„Es dauert …“

Was hat Laufen mit der Weltpolitik zu tun? Eine einfache Antwort könnte lauten: in kurzen Hosen sehen wir alle ziemlich ähnlich aus. Stimmt, aber ganz so leicht habe ich es mir dann doch nicht gemacht 😉

An wen appelliert man in diesen Tagen der Unvernunft? Appelliert man an die Unzufriedenen und erklärt ihnen: „Schaut euch einmal genau an, was gerade in der Türke, in Russland, in Ungarn, in England oder in den USA passiert. Das passiert, wenn es in der Politik nur noch um Angst, Frust und Emotionen geht.“ Aber wahrscheinlich sagt man sich in diesem Lager: „Mir doch egal, so geht´s auch nicht weiter.“

Was macht man stattdessen? Appelliert man an das Establishment und erklärt denen: „Jetzt werdet mal ein bisschen transparenter und lasst euch mehr Visionen für die Zukunft einfallen.“ Und was sagen die? „Damit kann man keine Wahlen gewinnen!“

Was ist mit den vermeintlich Vernünftigen? Also, denjenigen, die erklären, dass Frust alleine die falsche Motivation sei, dass wir gesellschaftliche Veränderungen brauchen, wir jedoch auch selber für dieses Leben verantwortlich sind. Was könnten wir denen mitgeben? Ehrlich gesagt, halte ich mich für einen vermeintlichen Vernünftigen und weiß aber im Moment auch nicht wirklich was ich sagen soll. Dieser Zustand hat mich seit einer gefühlten Ewigkeit, also so für vier bis fünf Tagen in ein tiefes Loch der Frustration gespült. Na und? Wer sagt, dass man immer sofort eine Antwort haben muss? Ich glaube, dass ist eines der Hauptprobleme unserer Zeit. Alles muss sofort passieren. Wenn man nicht sofort eine Lösung findet, dann ist alles schon zu spät. Bullshit!!! Ein Erdbeben zerstört Häuser in Sekunden, aber der Aufbau dauert Jahre. Das ist traurig, aber wahr.

Eins müssen wir uns immer wieder klarmachen: Nichts ist selbstverständlich und Veränderungen, die über Nacht kommen, beinhalten ein großes Zerstörungspotential. Ich finde es ist vollkommen akzeptabel ungeduldig und unzufrieden zu sein, aber Aufbau und Veränderungen brauchen Zeit, Geduld und Selbstdisziplin. Ich weiß, dass Eigenschaften wie Geduld und Selbstdisziplin gerne schnell ins rechte Lager gerückt werden. Quatsch, Geduld und Disziplin sind humanistische Eigenschaft. Sie bedeuten, dass wir nachdenken müssen, nicht sofort aufgeben sollten und nie aufhören dürfen mit neuen Ideen aufzuwarten. Und damit bin ich wieder bei meinem neuen Lieblingsprojekt „Knacki rennt“

Warum macht mir das Laufen wieder so viel Spaß? Natürlich würde auch ich manchmal gerne von dieser Welt weglaufen. Der Hauptgrund ist jedoch, dass mir das Laufen wieder gezeigt hat, dass es tatsächliche Dinge gibt, die man selber in der Hand hat: Wenn du ernsthaft trainierst, dann wirst du auch deutlich besser. Aber, es gibt ja immer ein ABER: auch wenn du dich für sehr talentiert hältst, es dauert ….