KW 11 – Entscheidungen…

Wochenübersicht 11.03.2019 – 17.03.2019 (KW 11)

Gesamt : 70 km, 2x Kraft und viele Reisen ….

Wo geht die Reise hin?

Diese Woche ist mir klar geworden, dass wir uns nicht mehr am Anfang des Jahres befinden und damit auch nicht mehr am Anfang des Wintertrainings, sondern dass bald schon 3 Monate des Jahres vergangen sind und jetzt  wichtige Weichen für das Jahr final gestellt werden sollten. Die letzte Woche war diesbezüglich recht aufschlussreich. Einerseits merkte ich, wie ich durch das kontinuierliche Training immer weniger verletzungsanfällig geworden bin und wie sich auch meine Grundausdauer deutlich verbessert hat, andererseits bin ich aber nicht so spritzig wie geplant. Mir ist klar geworden, dass mich entscheiden muss, was ich diesen Sommer über erreichen möchte? Möchte ich gut auf den langen Strecken laufen? Mit Sicherheit könnte ich, wenn ich so weiter trainiere, die 40:00 bald knacken. Oder etwas kürzer und dafür schneller? Das Ziel wäre dann 18:30 auf 5 km oder richtig schnell auf den (meinen) kurzen Strecken? Ziel : 800m an die 2:15.

Entscheidungen

Irgendwie hat auch das Wetter dazu geführt, dass ich viele 1000er, 2000er und auch lange Dauerläufe gelaufen bin. Mit dem Ergebnis, dass ich auf den 5 km schon 19:04 erreicht habe und mich nach jeder Einheit super schnell erhole. Aber am Dienstag stand das erste schnelle Bahntraining seit 2 Monaten an. 10 x 400 in 76 – 78 Sec mit 200m Trabpause. Sagen wir mal so: die Trabpause war nicht das Problem. Aber die 78 waren fast unmöglich. Beim ersten und letzten Lauf habe ich die irgendwie Zeit geschafft, aber dazwischen war lag ich immer zwischen 80 und 83 Sec. D.h., wenn ich die 800m und 1500m im Sommer laufen möchte, dann muss ich jetzt Gas geben und mich zumindest bis zum Herbst von den 10000m verabschieden. Schade eigentlich, weil ich das Gefühl habe, dass es bei den längeren Strecken gerade gut läuft. Aber allgemeinen Leistungslevel bin ich natürlich auf den kurzen Strecken einfach besser. Jetzt heißt es fokussieren und sich von einigen Zielen zu verabschieden. Leider ist es im Leben oft ähnlich. Verzicht ist einfach viel schwieriger als harte Arbeit. Harte Arbeit ist eine Frage der Überzeugung und Leidenschaft und hat bei aller Anstrengung immer einen positiven Beigeschmack. Verzicht ist Rationalität und Qual. Es ist einfacher gut zu essen als auf schlechte Gewohnheiten zu verzichten. Müsli kann jeder, aber auf die Schokolade zu verzichten ist (fast) immer schwieriger.

Für mich heißt das: bis Mitte April werde ich im Training noch nicht auf die langen Dauerläufe verzichten, aber ich werde bei keinem schnellen 10er mehr starten, dafür noch 2-3 schnelle 5 km-Läufe. Und  für das Training bedeutet das, dass es jetzt wieder 2 x die Woche auf die Bahn gehen muss.

Die 78 werde ich dann bald auch wieder 10 – 12 x laufen 😉

Und hier die kompletten WOCHENDATEN (KW 11) 

Montag: (abends) EL 9 km, 60 min Zirkel (45 / 15)

Dienstag: (abends) Bahntraining, EL 3 km, Koordination, 10 x 400m (Ziel 76´´- 78´´, tatsächlich: ø 81´´), P = 200m Trab, AL 2 km

Mittwoch: (morgens) DL 10 km ø 4:55 (locker)
(tagsüber) Anreise Dresden
(abends) Moderation der Auftaktveranstaltung Humorzone 2019

Moderation des Comedyfestivals in Dresden
Moderation des Comedyfestivals in Dresden
Backstage, "Suchtpotential", Heinrich del Core, Markus Barth, Gernot Hassknecht
Backstage, „Suchtpotential“, Heinrich del Core, Markus Barth, Gernot Hassknecht

Donnerstag: (tagsüber) Rückreise Köln
(abends) Zirkel 35 min

Freitag:  (abends) EL 1 km, 10 km ø 4:23, 6 x 100m, AL 2 km

Samstag: (morgens) EL 1 km, 3 x 3000m (Profil /hügelig) (Ziel: gesteigert) tatsächlich: ø 4:18, 4:11, 4:13 Gesamt: ø 4:13, AL 2 km
(abends) Vortrag (Würzbug) Wissen am Fluss

Vortrag "Erfolg und wie Humor hilft"
Vortrag „Erfolg und wie Humor hilft“

Sonntag: (morgens) DL 14 km locker ø 5:03
(tagsüber) Rückfahrt & Vorbereitung Deutscher Hörbuchpreis 2019

morgens am Main
morgens am Main
Am Main morgens um 8:00
Am Main morgens um 8:00

Keep on running & fokussieren …

Geduld vs. Erfahrung

Wochenübersicht 19.11. – 25.11.2018 (KW 47)

Gesamt: 5 x Laufeinheiten (50 km incl. 1x Bahntraining), 1 x Kraft

Beobachtung

Es ist erstaunlich, wie oft ich schon in ähnliche Denkfehler getappt bin oder abschließend zu ähnlichen Erkenntnissen gekommen bin und erstaunlich wie oft ich mich dann jedes Mal gefragt habe, warum ich es nicht vorher gewusst habe? Bin ich nicht bereit zu lernen oder will ich es einfach nicht wahrhaben?

Erfolgsfaktoren

Wenn ich einen immer wiederkehrenden Erfolgsbestandteil nennen müsste, dann „Durchhalten – es dauert einfach immer länger als man vorher glaubt.“ Natürlich braucht es auch gute Ideen, gutes Timing, gute Finanzierung oder das richtige Netzwerk. Aber wenn du wirklich etwas Erfolgreiches abliefern möchtest, dann musst du durchhalten. Deshalb liebe ich das Laufen. Es ist so ehrlich. 6 Wochen Training sind nett, aber auch schnell verbraucht. 1 Jahr Laufen verschafft dir ein echt gutes Körpergefühl. Aber jetzt nach 2 1/2 Jahren hartem Training habe ich ständig das Gefühl: „Wow, jetzt geht es erst richtig los.“

Geduld

Und so war das auch bei all meinen Projekten. Sei es bei der Entwicklung von NightWash oder bei unsere Eventbusfahrten „Die Lachexpedition“ oder jetzt mit meinen Vorträgen. Alles braucht seine Zeit. Und unter Zeit verstehe ich Jahre und nicht Tage, Wochen oder Monate. Wenn man mit Menschen redet, die etwas Erfolgreiches auf die Beine gestellt haben (und unter Erfolg verstehe ich auch ganz persönliche Ziele), dann hat das immer seine Zeit gebraucht.

Sichtbarkeit

Was viele, auch mich, nervös macht, ist das wir oft denken, bei den anderen geht alles viel schneller. Geht es wirklich schneller? Oft wissen wir doch gar nicht wie lange jemand an einer Idee gesessen hat oder die wie lange die Anlaufzeit wirklich gedauert hat. Was die heutige Zeit jedoch enorm verstärkt ist die Geschwindigkeit der Sichtbarkeit, d.h. in dem Moment wo jemand oder etwas erfolgreich wird, wird er, sie oder es dank der vielen Kommunikationskanäle viel schneller für mehr Menschen sichtbar als früher. Aber bis es zu diesem Moment der Sichtbarkeit dauert der Entwicklungsprozess erfahrungsgemäß genauso lange wie er vor 20 oder 30 Jahren gedauert hat.

Bequemlichkeit

Und ich kann nur raten, dass wir nicht in eine häufige Denkfalle hineinstolpern. Wir sollten nicht glauben, dass Erfahrung Durchhalten aufwiegen kann. Erfahrung kann uns vieles erleichtern, Erfahrung kann uns helfen uns langfristig besser zu motivieren, Erfahrung kann uns helfen Stress abzubauen und Erfahrung kann uns auch helfen einige Stolperfallen früher zu sehen, aber Erfahrung ist nur in den wenigsten Fälle eine Zeitersatz. Das ist in einer Gesellschaft, die ständig älter wird, nicht immer einfach zu akzeptieren. Wer etwas Neues auf die Beine stellen will, sollte durchhalten. Egal ob er oder sie 18 und 80 ist.
Ist das wirklich so? Letztendlich muss das jeder für sich entscheiden, aber es ist DIE Erfahrung, die ich am häufigsten beobachtet habe und die zu 100% auf meine Projekte zutrifft.

Das Dilemma

Das Dilemma ist nur, wenn du ewig durchhältst du dich nicht irgendwann von einer „falschen“ Idee verabschiedest, hast du auch ein Problem, aber darüber mache ich mir beim nächsten Lauf Gedanken…

Und hier die kompletten WOCHENDATEN:

Montag: (abends) EL 6 km, 4 x STL, 60 min Zirkeltraining

Dienstag: (abends) EL 3 km, 8 x 400m ø 80´´P = 200m Trab,  AL 2 km

Mittwoch: (mittags) DL 10,5 km ø 4:24
(abends) Moderation & Vortrag, Duisburg, „Anders denken, mutig handeln“

Duisburg - hat was...
Duisburg – hat was…

Donnerstag: (tagsüber) Seminar Heppenheim, „In aller Öffentlichkeit

Freitag: (morgens) 30 min Stabi
(abends) Vortrag „Anders denken, mutig handeln“, Stuttgart

Mal wieder im Zug...
Mal wieder im Zug…

 

Samstag: (morgens) EL 3 km, Profilrunde (hügelig) 2000m & 1000m ø 3:50 P = 4 min, AL 1,5 km

Ein etwas verspätetes Thanksgiving...
Ein etwas verspätetes Thanksgiving…

Sonntag: (mittags) 14 km ø 4:40

Keep on running & Geduld  …

Deutschland braucht mehr Leichtathleten

Was für eine Freude sich die Leichtathletik WM in London anschauen zu können. Fitte Jungs und Mädels oder Männer und Frauen treten in den unterschiedlichsten Sportarten gegen einander an. Alle sind durchtrainiert, sehen gut aus, haben sehr oft sehr viel Spaß und das allerbeste: sie alle sind später für die Gesellschaft gewonnen. Die wenigsten von ihnen können sich mit dem Sport ihr ganzes Leben finanzieren. Aber wenn du so etwas wie Leichtathletik, Schwimmen, Rudern oder sogar Bogenschießen machst, dann lernst du dich durchzubeißen und zu motivieren.
In der Regel bleibt ihnen gar nichts anderes übrig als nach ihrer Karriere einem „normalen“ Job nachzugehen. Viele von den Leichtathleten studieren, werden Unternehmer/in, Lehrer/in, Journalisten, Komiker oder gehen sonstigen Jobs sehr erfolgreich nach. So studiert der deutsche 1500n Meter Läufer Timo Benitz neben seinem Training auch noch Luft- und Raumfahrttechnik.
Gleichzeitig bin ich auch immer ein wenig enttäuscht, dass es nur so wenige deutsche Medaillen gibt. Aber den Athleten und Athletinnen, die in London antreten darf man die wenigsten Vorwürfe machen, denn die sind ja da. DIE haben ja alles gegeben und vieles geopfert. Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe ist, wie ein Land wie Deutschland nicht mehr Geld für die Sportförderung in die Hand nimmt.
Vielleicht weil Sport von vielen heutzutage nur noch als Unterhaltung betrachtet wird und Unterhaltung muss sich halt selber finanzieren. Leider verwechseln wir oft Sport mit Fußball und selbst Fußball ist mehr als nur Unterhaltung. Sport (in jeder Form) ist eine extrem wichtige Grundlage für ein gesundes und erfolgreiches Leben. Und – und das ist den heutigen Zeit extrem zu beachten – eine Hilfe eine gemeinsame Identität zu schaffen. So viele Diskussionen werden momentan in Deutschland geführt „Was ist deutsch?“ und „Wer ist Deutsch?“. Nur Weniges schafft mehr Zusammenhalt und Identität wie Sport.
Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein Geld für die Sportförderung in die Hand zu nehmen und vor allem müssen Vereine und Schulen viel mehr zusammenarbeiten. Natürlich hat die Entwicklung von Ganztagsschulen große Auswirkungen auf die deutsche Vereinsstruktur. Ja und? Dann ist das halt so. Dann müssen wir uns halt bewegen und neue Strukturen schaffen. Aber auch in diesem Fall sind neben den Vereinen noch mehr der Staat und die Länder gefordert. Kümmert euch endlich wieder um Schulsport und fördert Talente! Egal ob Leichtathletik, Schwimmen, Ringen oder wegen mir sogar Schach. Wenn wir mehr Sportarten fördern, dann werden wir irgendwann auch wieder mehr Medaillen gewinnen und dann werden sich Zuschauer automatisch auch mal etwas anders als Fußball anschauen.
Und zum Abschluss noch einmal ein kurzer Verweis zum Fußball. Ich bin auch begeisterter Fußballfan, aber manchmal frage ich mich, was sollen wir mit all den Profifußballern im Ruhestand anstellen? Immer mehr sind mit 45 Jahren pleite und müssen vom Staat finanziert werden. Selbst das Dschungelcamp wird sie irgendwann nicht alle mehr unterbringen können.

So ein Problem gibt es mit Leichtathleten nicht 😉