Ein Goethemoment… (KW 28)

Wochenübersicht 09.07. – 15.07.2018

Gesamt: 62 km (6 Einheiten davon 3 x Tempo), plus 2 x Kraft, 2 x Koordination, 2 x 2 h Tennis, 1 x Physio

Die letzte Woche kann ich mit Fug und Recht wieder als eine volle Trainingswoche bezeichnen und jetzt, wo ich am Rechner sitze und den Bericht schreibe, spüre ich meinen Körper auch deutlich.
Anfang der Woche haben noch 2 Seelen in meiner Brust geschlagen. Die eine hat die vorletzte Woche, die ich doch sehr entspannt vor mich hin getrödelt habe, sehr genossen und hätte dies auch noch 1-2 Wochen so weiter machen können. Die andere scharrte schon wieder mit den Hufen und versuchte mir klar zu machen, dass die Deutschen Meisterschaften nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Malága seien und ich mich nicht vom Ziel abbringen lassen sollte. Solche Momente sind immer recht interessant, weil man ein wenig Abstand zu seinen Aktionen bekommt und noch einmal mit sich in Diskussion treten kann. Gemeinsam mit Arzt und Trainer haben wir einen ersten Rückblick getätigt und uns gefragt, was wir richtig gemacht haben, wo wir vielleicht etwas hätten besser machen können und welche Aktionen wir in der nächsten Zeit in den Fokus stellen sollten. Grundsätzlich läuft es ja nicht schlecht: Ausdauer, Geschwindigkeit, Tempohärte – alles ist da. Aber noch tauchen immer kleine Verletzungen auf, die dazu führen, dass wir über Wochen nur das Tempolevel halten, anstatt es noch einmal zu steigern. Rumpfmuskulatur Beweglichkeit sind immer noch meine Schwachpunkte. Diese Beobachtung unterstützt wieder einmal die Erkenntnis, die ich schon mehrmals angesprochen habe. Es ist erstaunlich, was man alles – unabhängig vom Alter – schaffen kann, ABER es dauert eben immer länger als du denkst. Und wie in allen Jobs der Welt, brauchst du die richtigen Grundlagen, um später absolute Höchstleistungen zu erzielen. Und dieses Grundlagentraining ist immer nervig. In der Comedy geht natürlich nicht ohne gute Gags. ABER wenn du nicht reden kannst, nicht weißt wie du spielst oder dich mit Dramaturgie auseinandersetzt, wirst du nie die Spitze erreichen. So geht es auch in alle Jobs. Manchmal braucht man Grundlagenwissen, um die großen Zusammenhänge zu erkennen. Und auch körperliche Höchstleistung ist ein Gesamtkunstwerk. Die Schwachstellen müssen so gestärkt werden, dass sie nicht mehr stören. Leichter gesagt als getan. Natürlich ist jede Form von Grundlagentraining / lernen nerviger, als wenn du projektbezogen arbeitest, denn in zweiten Fall weißt du ja wofür du trainierst und arbeitest. Doch wenn du IMMER NUR das machst, wozu du Lust hast und was dir Spaß machst, wirst du schneller an deine Grenzen kommen und wenn du keine Entwicklung erkennst, wird sich dein Spaßfaktor auch schneller senken. Damit der Spaß länger hält, musst du hin und wieder das Spaßprinzip mit Grundlagen unterfüttern. Deshalb sind Arbeit- und Trainingspläne so wichtig!
Und hier die Zusammenfassung für alle Work-Life-Balance Freunde: damit deine Comfortzone lange eine Comfortzone bleibt, musst du sie ab und zu mal lüften.

P.S.: ich gehe jetzt auf die Yogamatte und ich hasse Yoga 😉

Und hier die kompletten WOCHENDATEN:

Montag: (morgens) DL 8 km locker, 5 x 100m Steigerungsläufe
(abends) 1,5 h Tennis

Es geht wieder los - und ich bin so was von motiviert :)
Es geht wieder los – und ich bin so was von motiviert 🙂

 Dienstag: (mittags) 45 min Physio
(abends) 
Bahntraining: EL 3,5 km, Koordination, 3 x 400m ø 74´´, 3 x 300m ø 53„, 3 x 200m ø 33,5, P = 90 sec. SP = 4 min, AL 3,5

Mittwoch: (morgens) DL 12 km ø 4:55
(mittags) Arzt

Donnerstag: (morgens) EL, Belastungstest, 2 x 1000m ø 3:25, AL 

Freitag: (tagsüber) DL 10 km ø 4:50

Samstag: (morgens)  EL 4 km, 3 x 5 x Hügelläufe P = Trab, SP = 1 km DL, AL 2 km Gesamt 14 km

Sonntag: Der perfekte Sonntag: 2 h Tennis (selber), 1 h Tour de France, 1 h Wimbeldon, 2 h WM-Finale und dann noch Essen mit Freunden…

Grundlagentraining!
Grundlagentraining und
und Entspannung!
… Entspannung!

Keep on running & immer an Sonnencreme denken …