Wofür brennst du?

Wie oft habe ich diese Frage bei Vorträgen oder in Bücher zu den Themen Motivation, Selbstentwicklung und Erfolg schon gehört oder gelesen und ich kann sagen, ich habe oft und viel nachgedacht, welchen Stellenwert diese Frage in meinem Arbeitskosmos hat.
Im Leben eines jeden Menschen gibt es immer wieder diese außergewöhnlichen Weichenmomente, wo wir vor Entscheidungen stehen, die unser weiteres Leben enorm beeinflussen können. In diesen Lebensphasen ist es natürlich wichtig sich zu fragen, was interessiert dich, was ist dir wichtig und auch: Wofür brennst du?! Diese Frage ist enorm wichtig um Ziele und Wünsche zu definieren, aber wir sollten auch aufpassen, dass wir uns in unserem tagtäglichen Leben nicht permanent von dieser Frage ablenken lassen und mit einem schlechten Gewissen durch die Welt gehen, nur weil wir nicht für jedes Brötcheneinkaufen oder jeden Moment unsere Arbeit brennen. Dieser omnipräsente Wunsch nach permanenter Selbsterfüllung kann schnell auch zu Frust und Handlungsblockaden führen. Wir können uns doch nicht ernsthaft vor jeder tagtäglichen Entscheidung in unserem Leben mit der Frage „Wofür brennst du?“ auseinandersetzen? Ehrlich gesagt ist mir dieser Ansatz viel zu passiv. „Wofür brennst du?“ ist, als ob du ein kleines Kind fragst: „Womit möchtest du denn jetzt spielen?! Und es antwortet wie es sich für ein Kind gehört mit dem Wünschen, dass es gerade am meisten beschäftigt: „Jetzt mit Bauklötzchen, nee jetzt mit deinem Handy, ne mit einem Ball, jetzt habe ich Hunger.“
Vielleicht sollten diese wichtige Frage „Wofür brennst du?“ sehr dosiert einsetzen und uns häufiger die Frage stellen, wie schaffe ich es, für das, was gerade auf meiner Agenda steht, zu „brennen“? Natürlich müssen wir immer wieder unsere grundsätzliche Lebens- oder Jobstrategie überdenken, aber viel häufiger müssen wir diese Strategien und Entscheidungen in unserem täglichen Leben umsetzen.  Wettkämpfe oder auch Auftritte sind ein unglaublich gutes Beispiel für diese Herangehensweise. Natürlich stehe ich manchmal morgens auf und habe nicht wirklich Lust auf die nächste Trainingssession oder den nächsten Auftritt! Aber – es ist meine Aufgabe mich so zu motivieren, dass ich in ab dem Moment, wo das Training oder der Auftritt beginnt, ich für diesen Moment brenne. Wir sollten Motivation als einen aktiven Prozess verstehen, den wir selber steuern können und sollten und nicht etwas, dass uns von außen aufgestülpt wird.
Ich habe (auch von mir) genügend Entschuldigungen Leben gehört: „Ich habe noch nicht mein Ding gefunden. Mein Job macht mir halt keinen Spaß, deshalb läuft das auch nur so mittel. Aber IRGENDWANN weiß ich wofür ich brenne und DANN gehe ich auch mit der nötigen Leidenschaft an die Arbeit.“ Dieser Ansatz ist meiner Meinung nach schon deshalb so schwierig, weil man selten zu 100% weiß, was man genau will. Dieser Wunsch nach 100% Sicherheit ist sowieso einer der größten Erfolgsverhinderer. (Aber das ist eine weitere Geschichte.) Wichtig ist es eine Richtung zu bestimmen, zu klären, was man auf keinen Fall will und dann sollte man auch einmal starten. Häufig muss man erst einmal losgehen, um genau zu wissen, was man überhaupt will. Aber selbst wenn man weiß, was man will, heißt das noch lange nicht, dass man jetzt wie selbstverständlich jeden Tag motiviert ist. Leidenschaft und Motivation kommen nicht, bloß weil wir einmal eine richtige Entscheidung getroffen haben. Natürlich müssen wir diese Entscheidungen treffen und unsere Leidenschaften definieren, ABER es ist unser Job diese Leidenschaft jeden Tag von neuem anzufeuern. Es ist UNSER Job uns tagtäglich zu motivieren! Es ist unser Job dafür zu sorgen zu brennen und nicht drauf zu warten, dass irgendwelche chemischen oder neurologischen Vorgänge und Prozesse in unserem Gehirn festlegen, ob wir erfolgreich und glücklich werden. Und vor allem sollten wir nicht permanent frustriert sein, nur weil wir nicht jeden Moment unseres Lebens für jeden Moment „brennen“. (Manchmal muss man einfach durchhalten…)

 

Wissenschaft, Show & eine Erkenntnis

WOCHENREPORT 05.12. – 17.12.2017

„Man überschätzt, was man in einem Jahr schaffen kann, aber unterschätzt, was man in drei Jahren schaffen kann.“

Dies ist eine der grundlegenden Erkenntnisse aus dem Bereich Wissensgenerierung und Verhaltenspsychologie und sie poppte am Dienstag beim Deepfinding Club, einem interdisziplinarischen Symposium zum Thema Wissensmanagement und Digitalisierung auf. Und wenn man diese Aussage einmal auf seine eigenen Erfahrungen anwendet, werden wahrscheinlich einige sagen: „Dieses Phänomen kenne ich doch?!“
Bei KNACKI RENNT habe ich dies exakt so erlebt. Als ich im August 2016 mit Knacki rennt begonnen habe, hatte ich das Gefühl ich kürzester Zeit wieder auf Level eines 30 Jährigen zu kommen. Ich war zwar schnell, aber so schnell dann doch nicht 😉
Nach einer nicht geringen Anzahl kleinerer Rückschläge und Verletzungen fing ich im Sommer tatsächlich an, an mir und meinem Projekt zu zweifeln. Aber ich habe mich noch einmal aufgerafft. Und ich denke, dass es die richtige Entscheidung war. Jetzt, nach 1 1/2 Jahren, lege ich manchmal Trainingseinheiten hin, die ich mir so letztes Jahr noch nicht habe vorstellen können. Natürlich muss ich das jetzt auch in den nächsten Rennen umsetzen, aber eifach mal, wie am Samstag, aus dem Stand heraus 4 km im Training wieder im einem Schnitt unter 4:00 zu laufen und dabei noch nicht mal kaputt zu sein, macht Hoffnung. UND es macht Spaß. Denn darum sollte es bei diesem Projekt gehen: Spaß und Leidenschaft!

Und der Rest der Woche war auch nicht schlecht. Montag: Coaching. Dienstag: Moderation „Deepfinding Club“ in München. Mittwoch & Donnerstag: Vorbereitung neue Online-Marketing-Kampagne. Freitag: Meine „kleine“ Mixshow in Kaarst „Kurz & Knacki“. (Tolle Künstler, 400 Zuschauer, super Stimmung).

MEINE WOCHENDATEN:

Montag: (nachmittags) Bahntraining: EL 3 km, 10x 400m ø 80´´ (9. & 10.: 78´´), AL 3 km
 (abends) Flug München

München 2017 Dez
München 2017 Dez

Dienstag: (tagsüber) Moderation Konferenz München „Deepfining – Digitalisierung“
(abends) 45 min Zirkeltraining (Hotel)

Mittwoch: (nachmittags) DL 12,2 km ø 4:27

Donnerstag: (abends) 40 min Kraft

Freitag: (mittags) DL 15 km (gesteigert) ø 4:36 (5:00 – 4:05)
(abends) Kurz & Knacki“ in Kaarst, (also ganz ohne Auftritt geht es doch nicht 😉 )

Jens Heinrich Claassen, Ingmar Stadelmann, Özgür Cebe
Jens Heinrich Claassen, Ingmar Stadelmann, Özgür Cebe

2018 wird es 3 x „Kurz & Knacki“ in Kaarst geben
2 x der „Deuser Mix“ in Dortmund
4 x „Knacki Deusers Sommer Club“ und das war es mit den öffentlichen Auftritten 2018.
Ich werde bald die Vorverkaufsliste veröffentlichen.

Samstag: (morgens) EL 1 km, 4 km ø 3:58, AL 1 km, 45 min Kraft

Sonntag: (nachmittags) 75 min Rad incl. 4x 5 min flott, P = 3 min ruhig

Gesamt: Erholungswoche; 47 km, 3 x Kraft, 1 x Rad,

Zusammenfassung der Woche:  Bin jetzt schon ein wenig gespannt wie er Silvesterlauf (10 km) wird. Habe mich letztes Jahr zur selben Zeit schon recht fit gefühlt, aber im Moment habe ich – ich möchte einen guten befreundeten Comedian zitieren (Johannes Flöck):  „ein gutes Gefühl“.

Keep on running & immer geduldig bleiben  …

Deutschland braucht mehr Leichtathleten

Was für eine Freude sich die Leichtathletik WM in London anschauen zu können. Fitte Jungs und Mädels oder Männer und Frauen treten in den unterschiedlichsten Sportarten gegen einander an. Alle sind durchtrainiert, sehen gut aus, haben sehr oft sehr viel Spaß und das allerbeste: sie alle sind später für die Gesellschaft gewonnen. Die wenigsten von ihnen können sich mit dem Sport ihr ganzes Leben finanzieren. Aber wenn du so etwas wie Leichtathletik, Schwimmen, Rudern oder sogar Bogenschießen machst, dann lernst du dich durchzubeißen und zu motivieren.
In der Regel bleibt ihnen gar nichts anderes übrig als nach ihrer Karriere einem „normalen“ Job nachzugehen. Viele von den Leichtathleten studieren, werden Unternehmer/in, Lehrer/in, Journalisten, Komiker oder gehen sonstigen Jobs sehr erfolgreich nach. So studiert der deutsche 1500n Meter Läufer Timo Benitz neben seinem Training auch noch Luft- und Raumfahrttechnik.
Gleichzeitig bin ich auch immer ein wenig enttäuscht, dass es nur so wenige deutsche Medaillen gibt. Aber den Athleten und Athletinnen, die in London antreten darf man die wenigsten Vorwürfe machen, denn die sind ja da. DIE haben ja alles gegeben und vieles geopfert. Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe ist, wie ein Land wie Deutschland nicht mehr Geld für die Sportförderung in die Hand nimmt.
Vielleicht weil Sport von vielen heutzutage nur noch als Unterhaltung betrachtet wird und Unterhaltung muss sich halt selber finanzieren. Leider verwechseln wir oft Sport mit Fußball und selbst Fußball ist mehr als nur Unterhaltung. Sport (in jeder Form) ist eine extrem wichtige Grundlage für ein gesundes und erfolgreiches Leben. Und – und das ist den heutigen Zeit extrem zu beachten – eine Hilfe eine gemeinsame Identität zu schaffen. So viele Diskussionen werden momentan in Deutschland geführt „Was ist deutsch?“ und „Wer ist Deutsch?“. Nur Weniges schafft mehr Zusammenhalt und Identität wie Sport.
Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein Geld für die Sportförderung in die Hand zu nehmen und vor allem müssen Vereine und Schulen viel mehr zusammenarbeiten. Natürlich hat die Entwicklung von Ganztagsschulen große Auswirkungen auf die deutsche Vereinsstruktur. Ja und? Dann ist das halt so. Dann müssen wir uns halt bewegen und neue Strukturen schaffen. Aber auch in diesem Fall sind neben den Vereinen noch mehr der Staat und die Länder gefordert. Kümmert euch endlich wieder um Schulsport und fördert Talente! Egal ob Leichtathletik, Schwimmen, Ringen oder wegen mir sogar Schach. Wenn wir mehr Sportarten fördern, dann werden wir irgendwann auch wieder mehr Medaillen gewinnen und dann werden sich Zuschauer automatisch auch mal etwas anders als Fußball anschauen.
Und zum Abschluss noch einmal ein kurzer Verweis zum Fußball. Ich bin auch begeisterter Fußballfan, aber manchmal frage ich mich, was sollen wir mit all den Profifußballern im Ruhestand anstellen? Immer mehr sind mit 45 Jahren pleite und müssen vom Staat finanziert werden. Selbst das Dschungelcamp wird sie irgendwann nicht alle mehr unterbringen können.

So ein Problem gibt es mit Leichtathleten nicht 😉

 

Montagsmaler im Weißen Haus (27.01.2017)

Meine Woche 27.01.2017
Kann sich noch jemand an die #Montagsmaler erinnern? Eine Sendung in der Kinder Begriffe gemalt haben und Erwachsene sie erraten musste?! Es war schon erstaunlich wie man mit wenigen Strichen komplexe Dinge aufzeichnen konnte und allen Zuschauern sofort klar war, wovon die Kinder sprachen. Aber wir sollten uns auch eingestehen: manchmal hatte man überhaupt keine Ahnung, was die uns da aufzeichnen wollten.
Eine ähnliche Faszination übt #DonaldTrump manchmal (sogar auf mich) aus. Manchmal beneide ich ihn fast, wie er mit einer gefühlten Grundschulnaivität für komplexe Probleme augenscheinlich einfache Lösungen aufzeigt. Und doch schon beim zweiten Blick denke ich, da steckt ja überhaupt kein Konzept dahinter. Ich sehe manchmal Ideen, die ich aus der Grundschule kenne: warum Mathe lernen oder sich mit komplexen Sportarten auseinandersetzen, wenn man beim Sackhüpfen oder Armdrücken doch sieht wer gewinnt?!
Ich glaube es ist diese Naivität, die viele Menschen fasziniert und denken lässt, es kann doch auch anders in dieser komplexen Welt gehen. Da muss es doch auch einfache Lösungen geben, weil früher war die Welt doch auch einfach! Wirklich? War die Welt früher einfacher? Oder waren nicht vielleicht WIR früher auch alle Kinder und da hat sich die Welt nun mal einfacher angefühlt?
Meiner Meinung hat es sich schon immer gelohnt Kindern zu zuhören, wie sie die Welt und Dinge sehen. Aber ernsthaft überlegt doch niemand die Geschäfte und die Organisation von komplexen Unternehmen sechs oder siebenjährigen Kindern zu übertragen? (Ich weiß jetzt kommen 1-2 großartige Beispiele für Projekte, wo es doch gehen könnte. Meine Anwort: richtig – 1-2 Beispiele.)
Ähnlich sollte man – meiner Meinung nach – mit Trump umgehen. Nicht immer sofort aufbrausen, sondern nicken, ihn abreagieren lassen und die 1-2 guten Ideen mitnehmen und dann freundlich lächeln und nicht weiter drauf eingehen. Der wird wahnsinnig. Denn leider muss man ihn bis zu einem gewissen Punkt ernst nehmen, denn als Präsident hat er nun mal Macht und das ist – um es klar zu sagen – schrecklich. Aber umso mehr man sich von ihm aufregen lässt, um so mehr schafft er es uns allen seinen Stempel aufzudrücken.
Es ist wie mit Kindern, natürlich muss man Kinder ernst nehmen, aber doch nicht immer und manchmal muss man einfach freundlich weghören und weitergehen. (Um es mit der #Ärzten zu sagen: das ärgert die am meisten…)
P.S.: ich gehe fest davon aus, dass jetzt auch wieder der ein oder die andere kommt und erklärt: das ist doch alles nur Gelabere. Nein, ist es nicht. Trump spielt mit Emotionen und dieses Spiel hat enorme Auswirkungen, denn es lässt uns panisch und irrational handeln. Und diese Entwicklung sollten wir verstehen, damit wieder anfangen zu denken und nicht auf jede Drohung mit einer Drohung zu reagieren. Die Mauer muss erst einmal gebaut werden und Zölle müssen erst einmal eingeführt werden. Wir können noch immer reagieren, wenn er konkret damit beginnt.
Nur um die Engländer tut es mir leid. Ich fand deren charmante Arroganz immer extrem nett, aber zu glauben, dass sie sich jetzt ihre alten Kolonien wieder holen können, halte ich ebenfalls für extrem naiv.
P.P.S.: Natürlich müssen wir protestieren und auf die Straße gehen, aber nicht aus Panik heraus, sondern mit klarem Ziel, mit Witz und Ruhe. (Um es mit der #Ärzten zu sagen: das ärgert die am meisten…)

Was mache ich, was liegt an? – gutes Interview (wie ich finde ;) )

Nachgefragt bei … Knacki Deuser
(IHK Journal N°1 / 2017 / Koblenz)

  1. Herr Deuser, kann Humor in der Welt von heute überhaupt noch etwas bewegen? Beim Blick in die Nachrichten scheint es manchmal, als gäbe es keinen Grund mehr, zu lachen …
    Die aktuelle weltweite politische Stimmung führt schnell dazu, dass man sich einer Art Schockstarre einigelt. Humor ist erst einmal ein Ausrufezeichen gegen Angst. Natürlich kann man nicht jedes Problem auf der Welt mit einem Witz lösen, aber Humor hilft uns aus eben dieser Schockstarre wieder in einen aktiven Prozess einzusteigen. Letztendlich gibt es zwei Grundmotivationen, Dinge zu verändern: Hass und positive Leidenschaft. Dann möchte ich doch lieber auf der positiven Seite der „Macht“ agieren.
  1. Sie haben früher Leichtathletik betrieben. Was kostet mehr Kraft: Leistungssport oder die Unterhaltungskunst?
    Der Leistungssport hat mir geholfen, diszipliniert und langfristig an Projekten zu arbeiten. Kurzfristig hat man das Gefühl, dass der Leistungssport härter ist, aber langfristig gesehen ist die Unterhaltungswelt auf Grund der emotionalen Anspannung, des täglichen Stresses und der permanenten Transparenz noch eine Spur härter. Sport ist ehrlich: wenn du ein wenig Talent hast, hart trainierst, dann klappt es auch. Da kannst du dir auf der Bühne nie ganz sicher sein.
  1. Ihr aktuelles Soloprogramm trägt den Titel „Seltsames Verhalten“ – sind Sie selbst auch manchmal seltsam?
    Natürlich, wenn man als BWLer und Sportler nicht aufhört für Humor zu kämpfen und immer wieder erklärt, dass Humor kein genetischer Defekt, sondern harte Arbeit ist, dann trägt man auch ein paar seltsames Eigenschaft mit sich durchs Leben. Aber um langfristig erfolgreich zu sein, muss man hin und wieder auch eigene Wege gehen. Nichts anders sagt letztendlich der Titel meiner Vorträge „Wer nie abbiegt bleibt auf der Strecke.“
  1. Neben Ihren Comedyshows halten Sie unter anderem auch Vorträge zu Themen wie Wandel, Erfolg und mutiges Handeln. Was ist dabei Ihr Ansporn?
    Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in einem Staat leben, der uns wie nur wenige andere Länder dieser Welt eine große Chance bietet, ein erfolgreiches und glückliches Leben führen zu können. ABER: wir müssen die Möglichkeiten auch nutzen. Das bedeute, dass wir aktiv werden müssen. Leider sehe ich in vielen Bereichen unseres Lebens eine Grundstimmung wachsen, die mehr Wert darauf legt Flops zu vermeiden, als Hits zu erstellen. Und diese Einstellung müssen wir ändern.

 

  1. Welche drei Eigenschaften verbinden Sie mit Koblenz – der Stadt, in der Sie aufgewachsen sind?
    Koblenz hat sich immer ein wenig im Schatten von Köln und Mainz gesehen und war sich oft nicht sicher sind nun Stadt oder Provinz. Für mich persönlich stand Koblenz im Zeichen einer tollen Schule (Max-von Laue) und 2 tolle Sportvereinen (TV Moselweiß und SSC Koblenz-Karthause). Ich kenne nur wenige Menschen, die sich so in der Jugend gefördert gesehen haben wie ich. Und seit der Bundesgartenschau ist Koblenz auch noch zu einer schönen Stadt geworden.
  1. Ein Ausblick auf 2017: Worauf freuen Sie sich im kommenden Jahr?
    Ich wünsche mir ein Jahr 2017 ohne weitere Politiker mit blonden Perücken. Ansonsten werde ich weiter an neuen Buch und Vortragsprojekten arbeiten, werde mein Laufprojekt www.knackirennt.de weiter nach vorne treiben und versuche bei all dem nicht meinen Humor zu verlieren.

Neue Projekte ohne Angst? Das geht nicht!

Wenn ich eins kann, dann neue Projekte starten. Einige waren sehr erfolgreich, andere kann man als „netten Versuch“ beschreiben. Natürlich wußte ich nicht immer, ob eine Idee erfolgreich wird, aber wenn ich das Projekt nicht gestartet hätte, hätte ich es auch nie erfahren…

Und dann?

Und dann? 
Was passiert, wenn wir die Grenzen schließen und alle Flüchtlinge ausweisen? Dann haben wir sie nicht mehr, sondern die anderen. Wahrscheinlich landen die dann in Italien und Griechenland. Gut, dann machen wir Grenzen zu denen dicht und schmeißen die am besten aus der EU raus. (Die haben es sowieso nicht drauf.) Und wenn alle Flüchtlinge draußen sind, dann machen wir unsere Grenzen so richtig dicht. Wenn nicht wir Mauern können – wer dann.
Und dann? 
Ist doch egal, die meisten Deutschen gehen doch sowieso bald in Rente und der Staat hat doch gesagt „Die Rente ist sicher“. Was soll den der ganze Stress mit Globalisierung. Man kann auch an die Ostsee reisen. Es wird doch sowieso wärmer.
Und warum soll man sich mit Erdogan oder Putin oder den Massakern in Aleppo auseinandersetzen? Ist doch viel zu anstrengend und zu weit weg. Sollen die sich doch gegenseitig umbringen. Und die immer neuen Flüchtlinge, die dort ständig entstehen, sollen schön mal nach Italien und Griechenland. (Da ist das Wetter auch ähnlich.)
Und dann?
Ja, dann warten wir, wie die paar jungen Menschen, die wir haben, es schaffen dank der tollen deutschen Mauern, trotz fehlender Innovationskraft der deutschen Wirtschaft und Wissenschaft und mit Hilfe einer kaum vorhandenen und schlecht ausgerüsteten Armee, Länder wie Russland, den USA und China den Kampf ansagen und natürlich ohne Blutvergiessen (das muss ja auch nicht sein) jeden Kampf gewinnen, weil uns alle für unsere tollen Mauern bewundern.
Und dann?
Und dann sind alle guten Deutschen glücklich, weil wir da sind, wo wir hingehören: nämlich in unserem eigenen Land, wo keine komisch aussehende Menschen und Kinder einen nerven, man nicht arbeiten muss, weil man ja die Rente genießt, man endlich wieder so richtig schön christliche Feiertage feiern kann ohne in die Kirche gehen zu müssen und Bayern München und RB Leipzig eine gemeinsame Mannschaft bilden und jeden in der Champigons-Legaue schlagen, den es gibt.
Einfach so, weil wir es verdient haben …

(und weil es mein Blog ist, hier direkt meine  Antwort)

Wir sind in einem permanenten Reaktionsmodus. Wir versuchen zu retten, was kaputt geht, statt es erst gar nicht kaputt gehen zu lassen, das heißt wir sehen immer nur die Auswirkungen statt uns mit den Ursachen zu beschäftigen. Es leben bald 10 Milliarden Menschen auf der Welt und wir glauben, dass wir in Deutschland ein verbrieftes Recht auf Glück und Wohlstand haben?! Wir haben es vielleicht, wenn wir Visionen liefern, wenn wir Stellung beziehen und Politik betreiben. Aber Politik betreiben heißt, dass man aktiv wird, dass man Koalitionen bildet, dass man Ursachen bekämpft, Ideen liefert und die Menschen auf der Welt mit seinen Leistungen und Ideen begeistert.

Naja, haben wir ja. Trump steht auf Mauern…

Also, lass euch nicht hängen (und geht laufen 😉 )

„Es dauert …“

Was hat Laufen mit der Weltpolitik zu tun? Eine einfache Antwort könnte lauten: in kurzen Hosen sehen wir alle ziemlich ähnlich aus. Stimmt, aber ganz so leicht habe ich es mir dann doch nicht gemacht 😉

An wen appelliert man in diesen Tagen der Unvernunft? Appelliert man an die Unzufriedenen und erklärt ihnen: „Schaut euch einmal genau an, was gerade in der Türke, in Russland, in Ungarn, in England oder in den USA passiert. Das passiert, wenn es in der Politik nur noch um Angst, Frust und Emotionen geht.“ Aber wahrscheinlich sagt man sich in diesem Lager: „Mir doch egal, so geht´s auch nicht weiter.“

Was macht man stattdessen? Appelliert man an das Establishment und erklärt denen: „Jetzt werdet mal ein bisschen transparenter und lasst euch mehr Visionen für die Zukunft einfallen.“ Und was sagen die? „Damit kann man keine Wahlen gewinnen!“

Was ist mit den vermeintlich Vernünftigen? Also, denjenigen, die erklären, dass Frust alleine die falsche Motivation sei, dass wir gesellschaftliche Veränderungen brauchen, wir jedoch auch selber für dieses Leben verantwortlich sind. Was könnten wir denen mitgeben? Ehrlich gesagt, halte ich mich für einen vermeintlichen Vernünftigen und weiß aber im Moment auch nicht wirklich was ich sagen soll. Dieser Zustand hat mich seit einer gefühlten Ewigkeit, also so für vier bis fünf Tagen in ein tiefes Loch der Frustration gespült. Na und? Wer sagt, dass man immer sofort eine Antwort haben muss? Ich glaube, dass ist eines der Hauptprobleme unserer Zeit. Alles muss sofort passieren. Wenn man nicht sofort eine Lösung findet, dann ist alles schon zu spät. Bullshit!!! Ein Erdbeben zerstört Häuser in Sekunden, aber der Aufbau dauert Jahre. Das ist traurig, aber wahr.

Eins müssen wir uns immer wieder klarmachen: Nichts ist selbstverständlich und Veränderungen, die über Nacht kommen, beinhalten ein großes Zerstörungspotential. Ich finde es ist vollkommen akzeptabel ungeduldig und unzufrieden zu sein, aber Aufbau und Veränderungen brauchen Zeit, Geduld und Selbstdisziplin. Ich weiß, dass Eigenschaften wie Geduld und Selbstdisziplin gerne schnell ins rechte Lager gerückt werden. Quatsch, Geduld und Disziplin sind humanistische Eigenschaft. Sie bedeuten, dass wir nachdenken müssen, nicht sofort aufgeben sollten und nie aufhören dürfen mit neuen Ideen aufzuwarten. Und damit bin ich wieder bei meinem neuen Lieblingsprojekt „Knacki rennt“

Warum macht mir das Laufen wieder so viel Spaß? Natürlich würde auch ich manchmal gerne von dieser Welt weglaufen. Der Hauptgrund ist jedoch, dass mir das Laufen wieder gezeigt hat, dass es tatsächliche Dinge gibt, die man selber in der Hand hat: Wenn du ernsthaft trainierst, dann wirst du auch deutlich besser. Aber, es gibt ja immer ein ABER: auch wenn du dich für sehr talentiert hältst, es dauert ….

 

 

 

Wer nie abbiegt, bleibt auf der Strecke

Ein Phänomen ist im Moment auf der ganzen Welt zu beobachten: Menschen sind müde und erschöpft von der Geschwindigkeit und der Komplexität unserer Welt und sehnen sich weniger nach Veränderungen als nach einem Wochenende, an dem Sie sich eine komplette TV-Serie am Stück ansehen können (Glauben Sie mir, ich kenne das nur zu gut). Wir träumen davon, wieder unsere persönlichen und nationalen Komfortzonen zu definieren, sie zu verbarrikadieren und dann schön dort zu bleiben.

Doch trotz dieser tiefen Sehnsucht nach Ruhe und Entschleunigung sind wir nicht wirklich bereit auf Erfolg und Wohlstand zu verzichten und wissen insgeheim natürlich ganz genau, dass Erfolg immer etwas mit Leistung und Veränderung zu tun hat. Was uns direkt in ein modernes Dilemma führt: Stehenbleiben ist keine Lösung, aber die bekannten Wege ermüden uns.

Eins habe ich schon früh in meinen langen Lauf-Trainingssessions gelernt. Auch das härteste Training braucht manchmal Phasen der Ruhe und Erholung, aber sie können nur die Ausgangslage für neue Trainingsreize sein. Irgendwann kommt man nicht umhin seine Komfortzone wieder zu verlassen. Jedoch sollte man das Training immer, damit es nicht eintönig und langweilig wird, variieren und verändern. Dieses Prinzip habe ich in allen meinen Projekten eingesetzt. Ich habe mich immer wieder gefragt: Gibt es nicht eine andere Möglichkeit, die Aufgabe zu lösen? Zum Beispiel: Welche Geschäftsbereiche sind z.B. im Moment NICHT angesagt?

Der Grund, dass ich mich so viele Jahre mit Humor beschäftigt habe, entstammt der Idee, dass ich erstens gerne lache UND ich zweitens schon vor vielen Jahre dachte, wenn die ganze Welt erzählt, dass Deutsche keinen Humor haben und wir es oft auch selber glauben, dann ist das EIN Markt, der noch viel Potential hat. Und wenn ich sehe wie groß die deutsche Comedy-Szene geworden ist und wie viel und erfolgreich ich in diesem Umfeld gearbeitet und produziert habe, dann lag ich anscheinend nicht ganz falsch.

Für mich heißt das, wenn wir gestresst oder unzufrieden sind, dann haben wir letztendlich zwei Möglichkeiten. Wir können stehen bleiben und uns ausruhen und hoffen, dass nach einem längeren Dornröschenschlaf alles von alleine besser wird ODER wir holen einmal tief Luft, ändern unsere Perspektive und überdenken noch einmal all unsere Ziele.

Im letzten Jahr habe ich mich auch ständig mit dieser Frage beschäftigt: „Wo geht die Reise hin?“ Ich wusste, ich brauche wieder ein Ziel, das mich antreibt und beflügelt. Vor einem halben Jahr habe ich erneut mit dem begonnen, was ich in meinen jungen Jahren schon einmal als Hochleistungssportler betrieben habe, nämlich mit dem Laufen. Aber schon nach ein paar Wochen habe ich mich gefragt was ist dein Ziel? Läufst du jetzt einen Marathon? Ich bin zwar schon nach drei Monaten Training wieder einen Halbmarathon in 1:29 gelaufen. Nicht schlecht, aber auch nicht so einzigartig, dass mich dieses Ergebnis ein Jahr im siebten Himmel schweben lässt. Oder sollte ich vielleicht sogar einen 100 km-Lauf angehen?

Wie gesagt, manchmal sollte man sich fragen: gibt es da nicht noch mehr? Kann man das Thema Laufen nicht irgendwie anders angehen? Warum immer so lange Strecken laufen, warum nicht mal wieder richtig schnell laufen? Ich kenne viele Läufer die würden gerne mal wieder die 5km oder 10km 1-2 Minuten schneller laufen. Mir ging es ähnlich. Und bei einem richtig schnellen Dauerlauf habe mich jetzt entschieden nicht noch weiter, sondern wieder schneller zu laufen.  Mein Plan ist es mit meinen 54 Jahren wieder zurück auf die BAHN zu gehen und auf der Leichtathletik (Masters) WM 2018 in Malaga (ES) in meiner Altersklasse auf der 1.500 Meter-Strecke zu starten. Das bedeutet zwei Jahre hartes Training. 6-10 Trainingseinheiten die Woche. Als erstes stehen im Sommer 2017 die Deutschen-Meisterschaften an, mit dem Ziel die Qualifikationen für die EM 2017 in Aarhus (DEN) zu laufen und als nächstes dann die Qualifikation für die WM 2018. Werde ich es schaffen? Ich hoffe es, weiß aber ganz genau, dass da noch ganz viel schiefgehen kann. Aber ich bin voller Tatendrang, bin gespannt wie es für mich sein wird mit einer Leistungsgruppe, die zwischen 20 und 25 Jahre alt ist, zu trainieren, habe 100 Ideen für neue Projekte, u.a. schmiede ich jetzt schon mit meiner Frau Pläne in welche Länder, zu welchen Wettkämpfen wir reisen werden. Mit anderen Worten, manchmal muss man die Dinge neu betrachten und bekannte Weg verlassen und einfach loslaufen.

P.S.: Und so habe ich quasi nebenher auch einen Titel für meine Vorträge gefunden. Titel: „Wer nie abbiegt, bleibt auf Strecke.“