Obama – eine Inspiration

Wochenübersicht 01.04.2019 – 07.04.2019 (KW 14)

Gesamt : 1 x Obama, 47,5 km (mit 3 Einheiten), 2x Kraft, 3 Tage Pause (angekränkelt) und trotzdem gut drauf 🙂

Mr. President und Leadership

Das erste Mal seit gefühlt einem Jahr, dass ich 3 Tage komplett das Training ausgesetzt habe. Richtig krank war ich nicht, aber fit auch nicht. Natürlich ist es nicht immer einfach zu beurteilen: bin ich krank oder nur müde und motivationslos? Ich habe mich nach genauester Selbstanalyse für „leichten Infekt“ entschieden und mir 3 Tage freigegeben. Das war wohl die richtige Entscheidung. Am Freitag habe ich dann das Training wieder aufgenommen. Eine klassische 50/50 Entscheidung. Jemand Anderem hätte ich wahrscheinlich zur Ruhe geraten. Bei einem selber überwiegt oft das schlechte Gewissen „Was, wenn du nur müde bist? Was, wenn das jetzt zur Gewohnheit wird? Lass dich nicht hängen!“
Aber spätestens am Sonntag war ich wieder richtig fit.

Leider oder – je nach Perspektive, zum Glück – hatte ich die Woche über einige Jobs, die dann bei aller Laufleidenschaft eine noch höhere Priorität als eine 100%ige Trainingsplanerfüllung hatten. Ich denke aber, dass sowohl die Vorträge als auch die zu schreibenden Konzepte alle gut funktionierten.

Höhepunkt war mit Sicherheit der World Leadership Summit, organisiert von Gedankentanken in Köln mit Barack Obama als Gastredner. Es wurde ja viel diskutiert, ob es sich lohnt ihn zu sehen und ob man doch die nicht ganz geringen Ticketpreise zahlen solle. Ich kann rückblickend sagen: Hut ab vor Gedankentanken, dass sie sich auf dieses Abenteuer eingelassen haben und in nur wenigen Wochen so eine großartige Veranstaltung gestemmt haben. Ein super gelungener und interessanter Event mit topp Rednern/innen. Natürlich hat mir nicht jeder gleich gut gefallen, aber dass ist ja auch legitim. Ich muss ja nicht jeder Meinung zu stimmen, aber selbst Vorträge, die nicht mein Ding sind, können einem weiterhelfen und neue Sichtweisen erklären.

Höhepunkt war Obama

Der Höhepunkt war Mr. President höchstpersönlich. Extrem entspannt und immer charismatisch. Stimme ich ihm immer zu? Nein, aber oft. Und es waren die Kleinigkeiten, quasi manche Nebensätze, die ihn so glaubwürdig und spannend machen. Ich habe 3 große Botschaften mit genommen. Erstens: Zuhören! Man muss sich immer wieder zwingen zu zuhören. Man sollte immer andere Menschen zu Wort kommen lassen, auch wenn man eine feste Meinung hat und glaubt zu wissen, wie es geht. Das ist die Grundlage gutem Leaderships und Grundlage einer Demokratie. Zweitens sollte man nicht mit Kompromissen anfangen, aber man sollte bereit sein Kompromisse einzugehen. „Wenn 1 Millionen Menschen für dich arbeiten, musst du verstehen, dass zu jeder Minute jedes Tages irgendeine Person Mist baut. Deal with it!“ Und drittens: Es geht nicht ohne Werte und Haltung. „Gewinnen zu wollen“ ist akzeptabel. Jeder ist gerne die N° 1, aber wenn du an nichts anderes glaubst, wird es langfristig schwer. Hoffen wir, dass er Recht hat…

P.S.: Egal, ob er Recht hat, es ist meine feste Überzeugung.

Mr. President in Köln
Mr. President in Köln
World Leadership Summit 2019
World Leadership Summit 2019

Und hier die kompletten WOCHENDATEN (KW 14) 

Montag: (abends)  50 min Zirkel

Dienstag: (abends)  Krank

Mittwoch:  Krank
(tagsüber)
Wissensforum Nürnberg „Erfolg und wie Humor hilft.“

Wissensforum Nürnberg. U.a mit v.R. Klaus J. Fink, Mario Schmidt (Mod.), ich ;)
Wissensforum Nürnberg. U.a mit (v.R.) Klaus J. Fink, Mario Schmidt (Mod.), ich 😉

Donnerstag: Krank
(abends)
World Leadship Summit (Gedankentanken) mit Barack Obama

Freitag:  (nachmittags) DL 10 locker ø 4:40, 5 x 100m

Samstag: (morgens)  3 x Dürener (3 km) ø 4:22 – 4:11 – 3:58 (nur 2 km), AL 4 km
(mittags) Vortag „Einfach machen“, Eröffnung Physio-Sport, Köln-Rodenkirchen
(abends) Regie „Düsseldorfer Schlagerexpedition“

Sonntag: (mittags) DL 24 km locker ø 4:41

wieder gesund...
wieder gesund…

Zusammenfassung (Training)

Trainingspläne sind wichtig. Sie garantieren eine langfristige Entwicklung und nehmen einem den Stress der tagtäglichen Motivation und Entscheidung ab. Aber Trainingspläne darf man auch anpassen. Und man darf auch mal eine Pause legen, wenn man extrem kaputt oder krank ist. Und dann die Pause bitte genießen!

Keep on running & inspiriert bleiben  …

Optimismus ist nur ein Mangel an Information (KW 13)

Wochenübersicht 25.03.2019 – 31.03.2019 (KW 13)

Gesamt : 82,5 km, schnellster 10er, schnellster Trainingslauf und die meisten Wochenkilometer – läuft  …

Wie viel darf man sich freuen?

„WOW, die Woche hat mal gerockt.“
So habe ich den letzten Wochenbericht begonnen. Darf man den selben Satz zweimal benutzen? Denn diese Woche war, zum mindest was das Laufen angeht, noch ein wenig mehr der Hammer. Als guter Deutscher weiß ich natürlich, dass kann jetzt so nicht weitergehen, denn: „Wenn eine Türe zu geht, weißt du genau, dass dir die Neue ins Gesicht schlägt.“

Der optimistische Realist

Ich versuche ja immer brav ein Optimist zu sein, aber irgendwann werde ich nervös. Kann sich noch jemand an das Lied von Stoppock erinnern „Ärger“  der chef grinst mich an er wirkt durchaus fröhlich
stellt sich in pose und eröffnet mir selig
stoppok sie sind befördert (da fällt mir kein reim mehr drauf ein)
soviel glück…

Ref.: ärger du kannst mich nicht anschmiern
ich weiß daß du schon hinter der nächsten ecke stehst
ärger du kannst mich nicht anschmiern
ich weiß daß du dir schon wieder übles überlegst

Seit ich das Lied vor vielen Jahren das erste Mal gehört habe, muss ich immer wieder drüber lachen, wenn ich auf ähnliche Momente stoße. So sind wir. Und mit wir meine ich: wir Menschen. Ich will jetzt hier keine Diskussion für Herkunft oder Geburt führen. Maximal über Optimisten und Realisten 😉

Und wenn man mich fragt, woran ich in diesem Zusammenhang glaube, dann muss ich sagen: Sozialisierung. Wir sind, was wir lernen und erfahren. Aber manchmal kommt auch in mir dieser Zweifler raus. Ich gebe mir ja jede erdenkliche Mühe immer optimistisch nach vorne zu sehen, aber …
Logisch betrachtet, sollte man gibt es ja auch weniger Gründe, dass man langsamer wird, wenn man regelmäßig trainiert. (Ich sehe jetzt schon wieder die Zweifler: man kann sich verletzen, übertrainieren, die mental müde werden und auch genetisch spontan mutieren…)
OK, ich freue mich einfach. Und ich darf sagen: am letzen Donnerstag habe ich mich wirklich gefreut.

schon ein wenig glücklich...39:34 – glücklich…

Wie alles begann

Vor fast exakt 3 Jahren bin ich auf meinem ersten Volkslauf meines neues Läuferlebens gestartet. 4 Monate vorher habe ich wieder mit dem Laufen begonnen. Und von diesen 4 Monaten war ich aber direkt 6 Wochen verletzt.

Wie alles begann: 03.04.2016
Wie alles begann: 03.04.2016

03.04.2016: Wie alles begann 49. Frühjahrslauf 2016 Düsseldorf
10 km, 42.12, 2. Platz M50. Und schon damals war ich glücklich. Wie man sieht…

Damals gab es nur einen Facebookeintrag, denn die Idee für den Blog habe ich erst später bekommen. Seitdem habe ich immer, auch wenn ich mich grundsätzlich entschieden habe für die 800m Strecke zu trainieren, immer auf die 40:00 geschielt und wollte unbedingt wieder eine 39er Zeit laufen. Ehrlich gesagt, hatte ich mir damals vorgestellt, dass ich dafür so 10 -15 schnelle Trainingseinheiten brauchen würde. Da hat sich aber jemand vertan…
Doch jetzt habe ich es geschafft. 39:34 (netto) beim Beueler10er. Über 700 Starter. Mit ein paar ganz schnellen Jungs und Mädels.

Geschafft
Geschafft!!!

Und wenn ich jetzt noch eine Minute drauflege, dann bin ich sogar unter den besten 25. Sagen wir mal so: an Zielen mangelt es nicht 🙂

Auch der Rest der Woche lief im wahrsten Sinne des Wortes. Die meisten Wochenkilometer (82,5 km), incl. eines langen Dauerlaufs mit der absolut besten Wertung meiner Uhr (Polar M430) und dem schnellsten Dauerlauf: 9 km in ø 4:10 (gesteigert 3 x 3 km ø 4:19 – 4:10 – 4:01, leicht hügelig)

Natürlich kann das nächste die Woche so nicht weitergehen. Natürlich nicht! Erstens habe ich ja einen deutschen Pass, zweitens gebe ich nächste Woche jeden Tag ein Seminar und / oder halte einen Vortrag und drittens ist die Woche sowieso als Erholungswoche eingeplant. Manchmal hilft es, wenn man langfristig plant.

Und ich liebe es, wenn ein Plan aufgeht ….

Und hier die kompletten WOCHENDATEN (KW 13) 

Montag: (abends) EL 9 km ø 4:19, 55 min Zirkel (45 / 15)

Dienstag: (abends)  Bahntraining, EL 3,5 km, Koordination, 15 x 200m ø 38 sec, P = 10 x 100 Trab, 4 x 100 Gehen,  (letzter 200er in 31,8), AL 2 km

Mittwoch:  (morgens) 30 min Kraft 

Donnerstag: (abends) EL 3 km, 10 km in 39:34, AL 2 km

Freitag:  (nachmittags) DL 10 locker ohne Uhr, 10 x 100m

Samstag: (morgens) EL 2 km, 3 x Dürener (3 km) ø 4:19 – 4:10 – 4:01, AL 2 km

Sonntag: (mittags) DL 21,5 km locker ø 4:44,

Keep on running & genießen  …

KW 12 – beste Woche seit Langem!

Wochenübersicht 18.03.2019 –24.03.2019 (KW 12)

Gesamt : 78,2 km, Moderation deutscher Hörbuchpreis, ein 5 km-Rennen und der längster Dauerlauf  …

Wie viel passt in eine Woche?!

WOW, die Woche hat mal gerockt. Ich habe mir zwar vorgenommen, dieses Wort nie mehr öffentlich zu benutzen, aber es beschreibt diese Woche einfach am besten.
Am Dienstag durfte ich den Deutschen Hörbuchpreis 2019 in Köln moderieren und damit die Lit Cologne 2019 eröffnen. Eine 2 stündige Livesendung auf allen Kulturradios Deutschlands (WDR 5, SWR 2, BR 2, etc.) inclusive Livestream auf all diesen Kanälen. Die Preisträger/innen stellten eine illustre Gesellschaft der Hörbuch- und Schauspielwelt dar. Angefangen von Christoph Maria Herbst, Timur Vermes („Er ist wieder da“), Gert Heidenreich, Sandra Hüller (Toni Erdmann), Annette Hess („Weissensee“), Eva Meckbach, Kai-Magnus Sting (WDR Publikumspreis), Judith Lorentz, Stefan Kaminski und Tom Gaebel. So eine Moderation ist immer mehr Arbeit, als du dir vorher vorstellst. Du musst für alle Eventualitäten vorbereitet sein, aber gleichzeitig dafür sorgen, dass die nicht eintreten. Aber so ist der Job und außerdem habe ich ihn mir auch noch freiwillig ausgesucht. Neben dem tatsächlichen Moderationsstress habe mir im Vorfeld auch jedes Hörbuch mindest einmal komplett angehört. Bei z.B. 10 Stunden für „Was vom Tage übrig blieb“ kommt schon was zusammen. Hat sich aber gelohnt, denn ich kann sagen, jeder Preis war der Hammer. Absolut cool das Sachbuch „Rotes Bayern“.

Stress macht müde

Der Mittwoch hat mich dann aber ganz schön ausgeknockt. Morgens um 9:00 ging es schon wieder mit Besprechungen und Coaching los und abends stand ein Bahntraining an. Das erste Mal in dieser Wintersaison, dass ich mitten im Training aufgehört habe. Ich konnte nicht mehr. Eigentlich war ich gar nicht kaputt, aber bei siebten 400er (von 12) hatte ich sowas von keinen Willen mehr gehabt, das ich bei 270m einfach stehen geblieben bin. Und dann musste ich lachen, weil ich so leer war. Nach 5 min bin ich dann doch noch ausgelaufen und habe mich sogar noch in die Sauna geschleppt. Das ging gerade noch.

Pause hilft

Vielleicht hätte ich das Mittwochstraining einfach mal aussetzen sollen. Naja, hinterher weißt du es immer besser. Aber ich habe mir vorgenommen, das „Abbrechen“ nicht zur Routine werden zu lassen. Aber einmal darf man schon 😉
Am Donnerstag lief es schon wieder. Es stellte sich auch endlich ein Gefühl der Zufriedenheit ein, das ich den Dienstag so gut abgewickelt habe. Der Dauerlauf am Abend war ein Geschenk. Die Sonne schien, endlich warm und ich konnte in kurzen Laufsachen starten. 10 lockere und entspannte Kilometer und dann habe ich die nächsten 2 km noch einmal schön gesteigert. Der letzte Kilometer in 3:50. Das habe ich so auch noch nicht geschafft.

Das nächste 5 km-Rennen

Freitag habe ich dann eine Pause eingelegt und bin am Samstag in Köln beim nächsten 5 km-Lauf (Rodenkirchen läuft) angetreten. Natürlich wollte ich die 19:00 knacken. Das Ergebnis: 19:12 Nicht ganz geschafft, aber auch nicht schlecht. Zumindest weiß ich jetzt, dass die 19:04 von vor 3 Wochen keine Eintagsfliege waren. Dann schaffe ich die 19:00 halt demnächst. Am Sonntag stand noch ein lockerer Dauerlauf an, aber weil es nach 3 km so locker lief, bin ich einfach immer weiter gelaufen. 22 km im 4:49 Schnitt. Das lief echt mal locker. War auch der längster Trainingslauf meines neuen Läuferlebens. Spricht für meine Theorie, dass man durchhalten muss. Meistens wird man nicht so schnell besser, wie man es sich wünscht, aber wenn du durchhältst, kommst du irgendwann viel weiter als du am Anfang geplant hast. (Erinnerung: man überschätz, was man in einem Jahr erreicht und unterschätzt, was man in drei Jahren erreichen kann.)

Hier noch ein paar Impressionen vom Deutschen Hörbuchpreis:

Gruppenfotos mit Preisträger/innen
Gruppenfotos mit Preisträger/innen
Vermes & Herbst
Vermes & Herbst
Die Bühne & die "Wellbappn"
Die Bühne & die „Wellbappn“
Judith Lorentz "Unterleuten"
Judith Lorentz „Unterleuten“
Sandra Hüller
Sandra Hüller
Kai-Magnus Sting "WDR Publikumspreis"
Kai-Magnus Sting „WDR Publikumspreis“
Eva Seckbach & Annette Frier
Eva Seckbach & Annette Frier

Und hier die kompletten WOCHENDATEN (KW 12) 

Montag: (abends) EL 9 km ø 4:26, 55 min Zirkel (45 / 15)

Dienstag: (morgens)  DL 11,2 km ø 4:50 (sehr locker)
(abends) Moderation des Deutschen Hörbuchpreis 2019 und Eröffnungsgala Lit.Cologne 2019

Mittwoch: (morgens) platt 
(abends) Bahntraining, EL 3 km, 4 x 400m in ø 80 sec, P = 200m Trab, AL 2 km (Man war ich kaputt!! sollte 12 x 400m laufen, aber nach Dienstag ging nichts mehr … )

Donnerstag: (morgens) 30 min Kraft
(tagsüber) Coaching
(abends) DL 12 gesteigert ø 4:42 (letzten 2 km in 4:10 & 3:50)

Freitag:  (tagsüber) FREI

Samstag: (morgens) 5 km- Rennen „Rodenkirchen läuft“ 19:12, Gesamt 18. Platz, AK 1, EL 3 km, AL 8 km

Der Start
Der Start
Das Ziel
Das Ziel

Sonntag: (mittags) DL 22,1 km locker ø 4:49, Kilometerrekord meines neuen Läuferlebens

Ein kleiner Rekord
Ein kleiner Rekord

Keep on running & dann kommen die Erfolge …

Jahresabschluss 2018

Jahresabschluss 2018 & Wochenübersicht 24.12. – 31.12.2018 (KW 52)

Gesamt 2018: 2568 km, 5 Wettkämpfe, u.a. DM (M55) 800m 5. Platz, World Masters (Málaga) 800 Semifinale (M 55), Best 2:19,36, 3 Paar Laufschuhe, 3  kurze Verletzungsunterbrechungen und 49 Blogbeiträge, 2 regelmäßige Kolumnen

geschafft!Geschafft!

Málaga - 800m Vorlauf
Málaga – 800m Vorlauf
Laufen in NY
Laufen in NY
Immer vorbereitet sein ...
Immer vorbereitet sein …
Der erste Pokal... (kurz vor Profi ;) )
Der erste Pokal – 36. Benrather Volkslauf / 5 km – kurz vor Profi 😉

Mein erstes Wettkampfjahr nach 34 Jahren. Was für eine großartige Ansammlung von Höhen und Tiefen. Einerseits bin ich mit den Zeiten und Platzierung noch nicht so ganz zufrieden, andererseits bin ich super stolz, dass ich mich dieser Herausforderung gestellt habe und das ich es trotz all der vielen kleinen Verletzungen und Frustmomenten soweit geschafft habe. An dieser Stelle muss ich einmal klar sagen: „Ich bin beeindruckt wie viele gute Läufer und Läuferinnen es durch aller Altersgruppen hinweg gesehen in Deutschland gibt. Ich selber habe es mir etwas leichter vorgestellt wieder richtig schnell zu werden und auch sofort den ein oder anderen Sieg rauszulaufen. Aber zum Glück bin ich bei all meinem sportlichen Ehrgeiz nicht besonders neidisch und ich genieße es daher immer auf Menschen zu treffen, die es echt drauf haben!
Rückblickend glaube ich sagen zu dürfen, dass das auch das Geheimnis von NightWash war. Ich habe als Entwickler und auch als Moderator alles für das Format geben mit dem Ziel die Besten zu fördern. Und wenn die schließlich besser wurden als ich: perfekt, dann habe ich mich gefreut und sie auch (machmal schweren Herzens) weitergehen lassen – denn das war mein Job und meine Bestätigung.

Läufer & Speaker

Zurück zu Laufen, denn mein Versuch mit Mitte 50zig wieder zurück auf die Bahn zu gehen, ist mit Sicherheit eines der besten Projekte meines Lebens. Einerseits genieße ich (fast) jede Einheit, insbesondere die Wettkämpfe in Málaga gehörten zu den großartigsten Sporterlebnissen meines Lebens – auch wenn ich gerne bis ins Finale gekommen wäre. Doch würde ich auch mit dem Wissen, dass ich schon im Vorlauf ausscheiden würde, sofort dort wieder starten. (Aber beim nächsten Mal schaffe ich es bis ins Finale!)
Andererseits hat mir dieses Laufprojekt aber auch auf der Jobebene enorm geholfen. So hilft es mir immer wieder meinen Kopf und Gedanken zu sortieren und es liefert unzählige Analogien für meinen Vorträge und Seminare. Knacki rennt hat mich erst so richtig zu dem Thema „Mut“ geführt und wie schwierig es gerade in so einer transparenten Welt, eigenständige Weg zu gehen und Entscheidungen zu treffen.

"Mutig handeln" (egal ob mit oder ohne Rollschuhe...)
„Mutig handeln“ (egal mit oder ohne Rollschuhe…)

Dank & Motivation

Einen großen Dank gehört der meiner Trainingsgruppe beim ASV-Köln und dem großartigen Trainer Henning von Papen. So viel überragend gute Läufer und vor allem Läuferinnen. Jedesmal wenn ich mich mit denen einlaufen darf, denke ich, wie cool ist das denn! Dafür liebe ich Laufen. Egal wie alt du bist, du kannst mit jedem Menschen trainieren. Du musst einzig und allein bereit sein beim Einlaufen jedesmal eine neue Bestzeit über 3 oder 4 km zu laufen 😉

Meine Trainingsgruppe - die deutsche Meister
Meine Trainingsgruppe – die deutsche Meister (3 x 800m U23 1. & 4. Platz!)
Nicht nur Mädels ;)
Nicht nur Mädels 😉
Anna Gehring - Vize-Europameisterin (Cross U-23)
Anna Gehring – Vize-Europameisterin (Cross U-23)

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Auf geht´s

Also: an alle da draussen. Schuhe an und laufen. Es geht erst einmmal nicht um die Zeiten und Platzierung. Erst einmal muss man solange durchhalten, dass der Spaß kommt. Das ist für mich das eigentliche Geheimnis vom Laufen. Laufen macht selten sofort Spaß, aber je besser man wird, um so größer wird der Spaß, den man Laufen verspürt. Und DANN kann man entscheiden: laufe ich nur so zum Spaß oder aus reinen Fitnessgründen, starte ich bei Volksläufen, traue ich mich an einem Marathon oder versuche ich mal wieder richtig schnell zu laufen. Das ist letztendlich eure Entscheidung und jeder Weg hat seinen eigenen Reize. Welche Sportart gibt es schon, die man überall, zu jeder Zeit und egal wie alt man ist, betreiben kann?

Und hier die kompletten WOCHENDATEN der letzten Woche 2018:

Montag: (abends) EL 2 km, 5 x 1000m (Profilrunde) (1. 3:35, 4 x 3:44), P = 2 min, AL 3 km
(danach) Heiligabend

Dienstag: (tagsüber) FREI & 1. Weihnachstag

Mittwoch: (morgens) DL 17,5 km ø 4:48
(tagsüber) 2. Weihnachstag

Donnerstag: (mittags) EL 3,5 km, 10 x 200m ø 36,5 P = 200 Trab (1:10 – 1:20), AL 3,5 km

Freitag:  AL 6 km

Samstag: (morgens) EL 2,5 km, 3 x 1000m (Profilrunde), (3:35, 3:43, 3:42) P = 2 min AL 2 km

Sonntag: (tagsüber ) FREI

Keep on running & bereit machen für das nächste Jahr …

Wie lange soll ich durchhalten?

Wochenübersicht 20.11. – 02.12.2018 (KW 48)

Gesamt: 6 x Laufeinheiten (60 km incl. 2 x Tempo), 1 x Kraft, Frage der Woche: Wie lange sollte ich durchhalten?

Das Dilemma

Erinnert sich jemand? (letzter Eintrag)
‚Das Dilemma ist nur, wenn du ewig durchhältst und du dich nicht irgendwann von einer „falschen“ Idee verabschiedest, hast du auch ein Problem, aber darüber mache ich mir beim nächsten Lauf Gedanken…‘

Also, Gedanken habe ich mir gemacht und zwar am Sonntag bei meiner langen Einheit (14 km ø 4:50, locker). Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn ich beim Laufen noch halbwegs zielgerichtet denken kann, denn dann ist es ein entspannter Lauf. Ab einem gewissen Tempo bin ich nur noch mit Zwischenzeiten, dem Schritt und der Atmung beschäftig. Solche Läufe haben auch was, denn bei diesen Läufe schalte ich komplett ab, aber Denken geht dann nicht mehr.
Zurück zu meiner Gedankenaufgabe. Wie lange halte ich durch und wann muss ich mich von Ideen und Projekten verabschieden?
Ich bin überzeugt, dass du, wenn du etwas erreichen möchtest, erst einmal anfangen und dann lange durchhalten solltest. Aber – manchmal muss man sich von geliebten Ideen und Projekten auch verabschieden, weil man sich in eine Sackgasse manövriert hat und nur noch gegen Widerstände kämpft. (Falsche Idee. Was ist eigentlich eine falsche Idee? A fake idea? Ok, habe eine neue Frage für die nächste Läufe.)
Aber wie weiß ich, dass ich weiter durchhalten und wann ich mich von etwas verabschieden sollte? Die Deuser-Regel lautet: „Durch sieben Früste musst du gehen.“ Wenn du etwas Neues startest, wirst du natürlich viele Tiefschläge einstecken müssen und du wirst dich oft nichtverstanden und oft einsam fühlen. Aber wenn du merkst, dass du nicht mehr über die Idee nachdenkst, sondern dir nur noch sagst: „Jetzt habe ich so viel Energie und Geld investiert, jetzt halte ich auch durch. Spätestens dann solltest du anfangen dir Gedanken zu machen, ob du dich nicht von diesem Projekt verabschieden solltest. Und Verabschieden ist genauso schwierig wie Anfangen.

Grundregel Veränderung

Natürlich gibt es keine Grundregel, aber Veränderung ist immer ein Prozess und kein einmaliges Ereignis. So toll es ist etwas Eigenes oder Neues zu starten, so wichtig ist es, dass man diesen Prozess immer wieder überprüft und hinterfragt. Auf keinen Fall zu früh aufhören, aber nach 3-4 Jahren darf man seine Idee und Projekte sehr wohl hinterfragen. Und manchmal muss man sie auch beenden.

P.S.: Meine großen Projekte haben immer weit über 10 Jahre gedauert. D.h. ich werde wahrscheinlich noch einige Blogeinträge schreiben müssen 😉

Und hier die kompletten WOCHENDATEN:

Montag: (abends) EL 8 km, 4 x STL, 60 min Zirkeltraining

Dienstag: (tagsüber) Produktion Podcast „Managing Change“
(abends) EL 3 km, 4 x 1000m ø 3:35 P = 2  min,  AL 3 km
(spät abends) Produktion Facebook Kampagne „Pistor Fußballschule“

Dreh mit Sven Pistor
Dreh mit Sven Pistor

Mittwoch: (tagsüber) Trainingsfrei
(abends) Vortrag

Donnerstag: (mittags) DL 10,5 km ø 4:32
(tagsüber) Produktion Unternehmensvideo

Freitag: (morgens) 30 min Stabi
(abends) Auftritt „Abschied Kölner Wohnzimmertheater“

Vor letzter Abend des Kölner Wohnzimmer Theater u.a. mit: Vera Deckers, Johann König, John Doyle ...
Vor letzter Abend des Kölner Wohnzimmer Theater u.a. mit: Vera Deckers, Johann König, John Doyle (verdeckt 😉  ) …

Samstag: (morgens) EL 2,5 km, 3 x 4 x Hügelläufe (200m), ø 0:38, P = 200m Trab, SP = 5 min, AL 2 km
(nachmittags) Auslaufen 6 km

Sonntag: (mittags) 14 km ø 4:51 (locker)

Keep on running & Weihnachtsmärkte meiden …

Geduld vs. Erfahrung

Wochenübersicht 19.11. – 25.11.2018 (KW 47)

Gesamt: 5 x Laufeinheiten (50 km incl. 1x Bahntraining), 1 x Kraft

Beobachtung

Es ist erstaunlich, wie oft ich schon in ähnliche Denkfehler getappt bin oder abschließend zu ähnlichen Erkenntnissen gekommen bin und erstaunlich wie oft ich mich dann jedes Mal gefragt habe, warum ich es nicht vorher gewusst habe? Bin ich nicht bereit zu lernen oder will ich es einfach nicht wahrhaben?

Erfolgsfaktoren

Wenn ich einen immer wiederkehrenden Erfolgsbestandteil nennen müsste, dann „Durchhalten – es dauert einfach immer länger als man vorher glaubt.“ Natürlich braucht es auch gute Ideen, gutes Timing, gute Finanzierung oder das richtige Netzwerk. Aber wenn du wirklich etwas Erfolgreiches abliefern möchtest, dann musst du durchhalten. Deshalb liebe ich das Laufen. Es ist so ehrlich. 6 Wochen Training sind nett, aber auch schnell verbraucht. 1 Jahr Laufen verschafft dir ein echt gutes Körpergefühl. Aber jetzt nach 2 1/2 Jahren hartem Training habe ich ständig das Gefühl: „Wow, jetzt geht es erst richtig los.“

Geduld

Und so war das auch bei all meinen Projekten. Sei es bei der Entwicklung von NightWash oder bei unsere Eventbusfahrten „Die Lachexpedition“ oder jetzt mit meinen Vorträgen. Alles braucht seine Zeit. Und unter Zeit verstehe ich Jahre und nicht Tage, Wochen oder Monate. Wenn man mit Menschen redet, die etwas Erfolgreiches auf die Beine gestellt haben (und unter Erfolg verstehe ich auch ganz persönliche Ziele), dann hat das immer seine Zeit gebraucht.

Sichtbarkeit

Was viele, auch mich, nervös macht, ist das wir oft denken, bei den anderen geht alles viel schneller. Geht es wirklich schneller? Oft wissen wir doch gar nicht wie lange jemand an einer Idee gesessen hat oder die wie lange die Anlaufzeit wirklich gedauert hat. Was die heutige Zeit jedoch enorm verstärkt ist die Geschwindigkeit der Sichtbarkeit, d.h. in dem Moment wo jemand oder etwas erfolgreich wird, wird er, sie oder es dank der vielen Kommunikationskanäle viel schneller für mehr Menschen sichtbar als früher. Aber bis es zu diesem Moment der Sichtbarkeit dauert der Entwicklungsprozess erfahrungsgemäß genauso lange wie er vor 20 oder 30 Jahren gedauert hat.

Bequemlichkeit

Und ich kann nur raten, dass wir nicht in eine häufige Denkfalle hineinstolpern. Wir sollten nicht glauben, dass Erfahrung Durchhalten aufwiegen kann. Erfahrung kann uns vieles erleichtern, Erfahrung kann uns helfen uns langfristig besser zu motivieren, Erfahrung kann uns helfen Stress abzubauen und Erfahrung kann uns auch helfen einige Stolperfallen früher zu sehen, aber Erfahrung ist nur in den wenigsten Fälle eine Zeitersatz. Das ist in einer Gesellschaft, die ständig älter wird, nicht immer einfach zu akzeptieren. Wer etwas Neues auf die Beine stellen will, sollte durchhalten. Egal ob er oder sie 18 und 80 ist.
Ist das wirklich so? Letztendlich muss das jeder für sich entscheiden, aber es ist DIE Erfahrung, die ich am häufigsten beobachtet habe und die zu 100% auf meine Projekte zutrifft.

Das Dilemma

Das Dilemma ist nur, wenn du ewig durchhältst du dich nicht irgendwann von einer „falschen“ Idee verabschiedest, hast du auch ein Problem, aber darüber mache ich mir beim nächsten Lauf Gedanken…

Und hier die kompletten WOCHENDATEN:

Montag: (abends) EL 6 km, 4 x STL, 60 min Zirkeltraining

Dienstag: (abends) EL 3 km, 8 x 400m ø 80´´P = 200m Trab,  AL 2 km

Mittwoch: (mittags) DL 10,5 km ø 4:24
(abends) Moderation & Vortrag, Duisburg, „Anders denken, mutig handeln“

Duisburg - hat was...
Duisburg – hat was…

Donnerstag: (tagsüber) Seminar Heppenheim, „In aller Öffentlichkeit

Freitag: (morgens) 30 min Stabi
(abends) Vortrag „Anders denken, mutig handeln“, Stuttgart

Mal wieder im Zug...
Mal wieder im Zug…

 

Samstag: (morgens) EL 3 km, Profilrunde (hügelig) 2000m & 1000m ø 3:50 P = 4 min, AL 1,5 km

Ein etwas verspätetes Thanksgiving...
Ein etwas verspätetes Thanksgiving…

Sonntag: (mittags) 14 km ø 4:40

Keep on running & Geduld  …

Novemberunfreundlichkeit

Wochenübersicht 12.11. – 18.11.2018 (KW 46)

Gesamt: 5 x Laufeinheiten (56 km incl. 1x Bahntraining), 1x Rad, 2 x Kraft

Reisestress

Letzte Woche habe ich erzählt, wie ich fast noch entspannt neben den ganzen Jobs meine Einheiten untergebracht habe. Diese Woche musste ich echt kämpfen. Erstens habe ich den langen Lauf vom letzten Sonntag (22 km) doch länger gespürt, als ich mir das so gewünscht habe und, obwohl ich so viele Jahre schon reise, stresst mich das ständige Warten auf Züge und Flüge und all die Staus irgendwann dann doch ein wenig.

Das einzige Reisemittel, dass ich die letzten Wochen nicht benutzt habe ...
Das einzige Reisemittel, dass ich die letzten Wochen nicht benutzt habe …

Grüßen oder nicht grüßen?

Und auf einer dieser endlosen Fahrten fragte ich mich, liegt es am November oder meiner eigenen Müdigkeit, dass ich das Gefühl habe, dass Deutschland immer unhöflicher wird? In Zügen und auf Bahnhöfen ist es besonders auffällig. Was für ein permanentes Schubsen und Drängeln. Niemand lächelt oder lässt jemanden mal vor. Da haut dir jemand seinen Koffer in die Kniekehle und der anschließende Blick sagt dir ganz klar, dass es doch deine Schuld sei, wenn du im Weg stehst. Und wenn du erst einmal so eine Meinung gefasst hast, dann siehst du plötzlich überall Belege für deine These. Selbst beim Laufen fällt mir das auf. Wenn ich irgendwo im Nichts auf einen anderen Läufer oder eine Läuferin treffe, dann versuche wenigsten kurz zu nicken oder, wenn ich noch genug Luft habe, sogar freundlich zu nicken. Warum muss man so tun, als ob man sich nicht sieht? Wovor haben wir Angst? Vielleicht wissen wir nur nicht wer wen zu grüßen hat? Müssen die Langsamen die Schnellen grüßen oder umgekehrt? Mir ehrlich gesagt egal. Ich falle ja auch nicht jedem um den Hals oder drehe mich jedes Mal um, wenn ich mal jemanden überhole, um dann Visitenkarten auszutauschen, aber zumindest versuche ich andere wahrzunehmen. Und ich will weder jemanden anbaggern, noch will ich den anderen zeigen, das ich besonders fit  bin. (Naja, ein bisschen schneller wird man ja doch immer, wenn man jemanden überholt, oder?) Und mir ist es auch egal, ob jemand schnell oder langsam läuft und alt oder jung ist: wer läuft, macht erst einmal etwas richtig 😉

Mehr Freundlichkeit

Wir diskutieren so viel über Fremdenfeindlichkeit, aber wir würden viele Probleme erleichtern, wenn wir überhaupt wieder mal etwas mehr Freundlichkeit zu lassen würden. Freundlichkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Kommunikationsboost und ein Tool für ein angenehmeres Miteinander.

Im Zweifel lächeln ...
Im Zweifel lächeln …

Und hier die kompletten WOCHENDATEN:

Montag: (abends) EL 8,5 km ø 4:38, 5 x STL, 50 min Zirkeltraining

Dienstag: (tagsüber) Vortrag Ingolstadt „Humor & Erfolg“ / Trainingsfrei

Mittwoch: (tagsüber) Pressefahrt „Bonner Republikexpedition“, Bonn
(abends) EL 3 km, 2 x 8 x 200m ø 40´´P = 100m Trab, SP = 500m Trab, AL 2 km

Donnerstag: (tagsüber) Vortrag, Sinsheim „Anders denken, mutig handeln“
(abends) 50 min Rad & 30 min Stabi

Bevor jemand was sagt: Ich habe nichts gegen Vereine wie TSG Hoffenheim oder RB Leipzig. Ich mag wie die spielen ...
Bevor jemand was sagt: Ich habe nichts gegen Vereine wie TSG Hoffenheim oder RB Leipzig. Ich mag wie die spielen …

Freitag: (mittags) DL 10 km ø 4:28
(abends) Vortrag „Anders denken, mutig handeln“, Frankfurt

Samstag: (morgens) EL 3 km, 3 x 1100m (Hindernisrunde), P = 250m Trab, 1x Profilrunde (1000m)  AL 2,5 km
(abends) Vortrag, Köln, „Anders denken, mutig handeln“

Sonntag: (mittags) 15 km ø 5:04, locker

Keep on running & immer grüßen  …

Stufen der Entwicklung

3 Stufen der Entwicklung

Was kann ich weitergeben?

Welche Erkenntnisse kann ich von meinem Laufprojekt auf andere Projekte übertragen? Ich gehe jetzt ins dritte Jahr meines Laufprojektes „Knacki rennt“und ich muss , wenn ich meine Trainingsentwicklung betrachtet immer an eine Aussage denken, die ich schon öfters zitiert habe: „Menschen überschätzen sich gerne, was sie in einem Jahr schaffen und unterschätzen, was sie in drei Jahren schaffen können.“ Ich kann nur sagen: stimmt. Exakt so erlebe ich dieses Lauferlebnis.

Warum schreibe ich?

Wenn ich über meine Lauferlebnisse schreibe, dann geht es mir auch immer um die Frage: Was kann ich daraus für meine Leben, meine Projekte und meine Arbeit lernen und was ist vielleicht auch für andere Menschen interessant?
Natürlich möchte ich andere ermutigen auch zu Laufen, aber mehr noch geht es mir um den Beweis, dass man egal wie alt man ist oder in welchem Lebensabschnitt man steckt, man zu jeder Zeit  viel erreichen kann, wenn man zielgerichtet, überlegt und mit der entsprechenden Motivation losgeht. Bevor wir die neuen Trainingspläne geschrieben habe, habe ich mich mit meinem Stab (Trainer, Arzt, Ernährungsberater, Physiotherapeut) oft besprochen und überlegt, was ist das Hauptziel des kommend Jahres? Und bei dieser Diskussion wurde mir klar, dass bisher jedes Jahr unter einem eigenen Motto stand. Und diese Entwicklungsstufen habe ich dann auch in ähnlicher Art in vielen meiner Projekte wiedererkannt.

Verzicht

Rückblickend wurde mir klar, dass das Thema des ersten Jahres „Verzicht“ war. Verzicht im Sinn von „auf das Lauftraining konzentrieren“, Tennis und andere Sportarten nur noch ab und zu zum Spaß betrieben, die Ernährung umstellen, auf Alkohol verzichtet und den ganzen Tagesablauf neu organisieren. Verzicht quasi als Analogie für ein professionelle Einstellung und Aufbau einer umfassenden Strategie.

Geschwindigkeit

Im zweiten Jahr drehte sich alles um das Thema „Geschwindigkeit“. Ziel war es meine Grundgeschwindigkeit zu bessern und meine Sprintfähigkeiten wieder aufzubauen.Wir haben den  Trainingsplan und die Methoden immer mehr verfeinert und sehr intensiv an Koordination und Kraft gearbeitet. Für mich war das das Jahr der Skills. Aufbau des eigentlichen Könnens.  Seine Fähigkeiten auf den neusten Stand der Dinge zu bringen.

Durchhalten

Und jetzt im dritten Jahr geht es ums Durchhalten. Durchhalten im Sinne von „die Geschwindigkeit auf die ganze Distanz bringen.“ Das haben wir uns auch fürs Training vorgenommen. Nicht immer auf Endgeschwindigkeit zu gehen, sondern lieber ein paar Sekunden langsamer laufen, aber dafür mehr Einheiten und längere Distanzen. Nächstes Jahr möchte ich die 800m irgendwann einmal auch bis 800m durchlaufen und nicht bei 550 oder 600 wieder abbauen. UND ich werde jetzt die 1500m angehen.  „Durchhalten“ ist auch bei anderen Projekten immer eine sehr schwierige Phase. Jetzt geht es darum nicht ungeduldig zu werden, sondern die Fähigkeiten und die Strategie immer mehr zu verfeinern und auf dem Markt abzustimmen.

Erkenntnis

Ich kann nur sagen, dass es erstaunlich ist, was man alles aus einem Körper (auch in meinem Alter) rausholen kann. Man darf gerne mutig und voller bekloppter Ideen starten, aber wenn wir wirklich was verändern und etwas Besonderes erreichen wollen, sollten wir auch etwas Geduld mitbringen.

Road to Venice (EM 2019) KW 43

Wochenübersicht 22.10. – 28.10.2018 (KW 43)

Gesamt: 60 km incl. 1x Bahntraining, 1 x Rad, 2 x Kraft, 1 x Koordination,

Das dritte Jahr beginnt

Ich gehe jetzt ins dritte Jahr und selbst jetzt ist der ganz Laufapparat immer noch nicht so, dass ich zu jeder Zeit beschwerdefrei laufen kann. Aber – diese zwei ersten Wochen des Herbsttrainings (mit der Leistungsgruppe des ASV Kölns) haben mir ein paar Trainingseinheiten beschert, die, ich weiß nicht wie ich es anders sagen soll, locker von der Hand gingen. Die Einheiten waren anstrengend, aber ich konnte die Einheiten viel besser kontrollieren als noch vor einem Jahr.

Das Herbsttraining beginnt. Das Thema: Durchhalten
Das Herbsttraining beginnt. Das Thema: Durchhalten

Und hier die kompletten WOCHENDATEN:

Montag: (abends) EL 8,7 km ø 4:38, 40 min Zirkeltraining

Dienstag: (morgens) Generalprobe mit neuer Künstlerin für „Kölner Schlagerexpedition“

Regie für Kölner Schlagerexpedition - wenn man so morgens durch Köln fährt, bekommt man eine neue Perspektive aus Leben...
Regie für Kölner Schlagerexpedition – wenn man so morgens durch Köln fährt, bekommt man eine neue Perspektive aus Leben…

(abends) Bahntraining: EL 3,5 km, Koordination, 6 x 1000m P = 2 min (ø 3:48, 6.: 3:39) AL 2,5 km

Mittwoch: (morgens) 60 min Stabi & Kraft
(abends) Vortrag

Donnerstag: (morgens) DL 10 km ø 5:00 (locker)
(abends) Moderation (Zürich)

Freitag: (abends) 60 min Rad locker

Samstag: (mittags) Vortrag
(nachmittags) EL 2,5 km, 10 x 800m leichter Hügellauf (400m hoch, 400m runter), ø 4:33, AL 2 km

Sonntag: (mittags) 17 km ø 5:10 langsam

Keep on running & der Herbst ist da …

 

Agenda 20 / 20

Neue Ziele und Aufgaben

Es geht wieder los. 4 Wochen haben ich jetzt sehr entspannt trainiert. Ein bisschen Krafttraining, 1 kurzer Volkslauf,  3 Läufe die Woche und 4 Tage Erkältung.

Was habe ich geschafft?

Exakt 2 Jahre habe ich für World Master Athletics (Senioren Weltmeisterschaften, M 55, 880m) in Málaga trainiert. Die Ergebnisse (Semifinale) waren topp, die Zeiten (800m 2:19) manierlich, haben aber noch Potential. Aber das ich es in 2 Jahren überhaupt so weit geschafft habe, macht mich rückblickend schon sehr stolz. Denn wie Menschen so sind (oder zumindest wie ich bin), habe ich den Aufwand und Einsatz, den ich leisten musste, deutlich unterschätzt. Zwei Erkenntnisse habe ich gewinnen können. Erstens eine wichtige Aussage aus dem Bereich der empirischen Sozialwissenschaft scheint zu stimmen: „Menschen überschätzen sich grundsätzlich, was sie in einem Jahr schaffen können und unterschätzen, was sie in 3 Jahren erreichen können.“ Ok, jetzt geht es ins dritte Jahr und ich bin sehr gespannt, ob auch der zweite Teil dieser Aussage stimmt. Und zweitens: „Manchmal muss man einfach anfangen.“ Wer erst anfängt, wenn alles 100% durchdacht und geplant ist, kommt nie los.

Steps of success

Wie alles begann
Wie alles begann (NY Aug 2016)
erstes Rennen
erstes Rennen (London Okt 2016)
Knacki humpelt
Knacki humpelt (Köln Jan 2017)
es wird ...
es wird … (Juni 2017)
Knacki rennt - der Leistungstest 2017
alles geben… (Aug 2017)
Rodenkirchen LÄUFT 5 km in 19:29 (April 2018)
Rodenkirchen LÄUFT 5 km in 19:29 (April 2018)
World Masters 2018
Geschafft – World Masters 2018 (Málaga 2018)

Was nun?

Jetzt wird wieder trainiert. Ziel für 2019 sind die 2:15  und vor allem die 1500m. Da sehe ich doch noch einiges mehr an Potential. Der Trainingsplan hat sich auch schon etwas geändert. Tatsächlich achten wir noch mehr auf die ein oder andere Pause, denn egal wie ehrgeizig man ist, was bringt das beste Training, wenn du dich verletzt. (Das sagt der Richtige.) Aber natürlich wird es nie ohne Verletzungen gehen. Denn Hochleistungstraining ist immer ein Spiel mit den Grenzen. Ich habe meine Schnelligkeit doch um einiges steigern können. Diese Geschwindigkeit will ich halten, aber ich muss wahrscheinlich noch mehr Grundlagentraining einbauen. So sieht der Plan auch aus. Öfters mal 20 km. Was macht man nicht alles …

Was ist anders?

Das eigentliche Projekt ist abgeschlossen. Mein Ziel war es, es in zwei Jahren bis zu den Masters zu schaffen und das habe ich geschafft. Der große Druck ist weg. Die letzten Monate waren nicht immer leicht. Am Ende ging es weniger um die Laufzeit, als viel mehr um die Sorge, sich bloß nicht zu verletzten. Das ist jetzt nicht mehr so wichtig. Jetzt kann ich auch mal abends wieder ausgehen und muss nicht alle Jobtermine permanent mit den Trainingsterminen abstimmen.

Was treibt mich an?

Jetzt geht es um den Spaß. Ich hatte so einen Spaß, als ich gestern meinen neuen Trainingsplan erhalten habe. Es war ein klein wenig wie Weihnachten. Was steht drauf? Neue Wege? Neue Einheiten?  Neue Zeiten? So viel sei gesagt: Ein Lauftag weniger, dafür länger und 1 Krafteinheit mehr.
Und ich freue mich wieder mit der Gruppe trainieren zu dürfen. Ich freue mich, wenn ich morgens aufstehe und mir immer weniger weh tut. Und ich freue mich, wenn ich merke, wie ich oft (natürlich auch nicht jeden Tag) morgens gutgelaunt aufstehe und einfach fit bin alle meine Projekte (und das sind doch einige) nach vorne zu treiben.