Regen auf Malle & Grippe im Mai (KW 18)

Wochenübersicht 30.04. – 06.05.2018 (KW 18)

Gesamt: 40 km, 4 Laufeinheiten, incl. Tempoeinheiten, 1 Stabi- und Krafteinheit, 2 x krank

Unglaublich, nicht nur, dass ich auf Mallorca bin und es hier 3 Tage regnet, während in Köln die Sonne scheint, jetzt bin ich auch noch am Samstag krank geworden.

Manchmal hat man Glück...
Manchmal hat man Glück…

Über 2 1/2 Jahre hatte ich keine Erklärung oder Grippe und jetzt kurz vor meinem ersten Wettkampf hat es mich erwischt. Bis Freitag dachte ich noch, es könnte nicht besser laufen. Am Dienstag eine super Einheit auf der Bahn: u.a. 2x 400 in 70 und 71 sec. (Danach noch 3x 300m und 4x 200m). Mittwoch und Freitag sehr flotte und lockere Dauerläufe (jeweils 10 km) und Samstag und Sonntag dann komplett außer Gefecht.

manchmal eben nicht...
manchmal eben nicht…

Sehen wir es positiv (auch wenn ich lange nachdenken musste, um etwas Positives zu finden): meine Muskulatur, insbesondere meine Beine erholen sich von Tag zu Tag mehr und ich bin jetzt den dritten Tag in Folge (seit Januar) ohne Muskelschmerzen aufgestanden. Trotzdem nervt so etwas gewaltig, denn letztes Jahr hatte ich ja ein ähnliches Erlebnis. Damals habe ich mich 3 Tage vor meinem ersten Start an der Wade verletzt und das hat zum Abbruch der gesamten Sommersaison geführt. Aber wenn ich auf all meine Projekte zurückblicke, dann gab es immer wieder diese Rückschläge und natürlich empfinden wir sie, wenn sie kurz vor dem geplanten Zieltermin passieren schlimmer, als wenn sie, wie in meinem Fall im Februar passiert wären. Letztes Jahr hat mich die Verletzung den ganzen Sommer gekostet. Jetzt werden es nur ein paar Tage sein, die mich die Erkältung zurückwerfen wird.

Drei Erkenntnisse kann ich aus dieser Erfahrung ableiten. Erstens stellen sich „neue Projekte“ immer als eine Aneinanderreihung von kleinen Tiefschlägen dar. Jetzt habe ich schon einiges an neuen Projekten und neuen Unternehmen gestartet und ich weiß, dass ich immer wieder in ähnliche Situationen geraten bin. Doch auch wenn man weiß, dass es nicht immer glatt laufen wird, so nerven diese Momente immer. Doch genau dann muss man an seine Idee oder sein Produkt glauben. Die „Mission“ muss an schlechten Tage halten. (An „guten Tagen“ kann JEDER motiviert sein 😉  )
Die zweite Erkenntnis lautet: je später Probleme auftauchen, um so mehr nerven sie, da wir ja schon solange unterwegs sind – aber ihre Auswirkungen haben selten dieselbe Kraft, wie die Probleme der Anfangszeit, denn das Projektfundament ist schon um einiges fester. Letztes Jahr hat mich die Verletzung 3 Monate gekostet, aber dieses Mal wird es mich höchstens einen Start oder vielleicht ein paar Sekunden kosten. Auch das nervt, aber ist nicht existentiell.
Und drittens: Man muss immer etwas länger durchhalten, als man es vorher geplant hat.

Ich kann immer wieder nur an eine Aussage aus der Verhaltenspsychologie erinnern: “Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr erreichen und unterschätzen, was sie in 3 Jahren erreichen können.” Gut, bei mir geht es demnächst ins dritte Jahr ….

P.S.: Aber egal was passiert, am Donnerstag werde ich laufen und wenn ich mit Infusionsständer an den Start gestellt werde.

Und hier die kompletten WOCHENDATEN:

Montag: FREI

Dienstag: (abends) Bahntraining, EL 3.5 km, 15 min Koordination, 2x 400m,(71´´, 70´´) P=3:30, 3x300m (3x 51´´) P= 90 sec, 4×200 (34,33,34,33´´) P = 200m Trab, SP= 4 min, AL 2 km

Mittwoch: (morgens) Hinflug Mallorca,
(abends) DL 8 km ø 4:27, AL 2 km (Gesamt ø 4:36) (erste 4 km super starken Gegenwind)

es kann so schön sein...
es kann so schön sein…

 Donnerstag: (morgens) 30 min Stabi
(nachmittags ) EL 4 km, 4x500m, 1x 300m (ø1:38, 57´ alles auf der Straße), P= 4 min, AL 2 km

noch ist es schön...
noch ist es schön…

Freitag: (morgens) DL 10,5 km ø 4:38, gesteigert 5:00 – 4:10

jetzt nicht mehr ...
jetzt nicht mehr …

Samstag: KRANK
Sonntag: KRANK

Keep on running & Erkältung wegatmen …

Kölner Stadtanzeiger 14.04.2018 „Ich mag die Läufer einfach“

KNACKI DEUSER IM GESPRÄCH – Das Interview am Wochenende
„Ich mag die Läufer einfach“
Klaus-Jürgen Deuser beim ASV Köln ( Foto: Guido Schröder)
Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser war in seiner Jugend ein Spitzenläufer, nun will er mit 55 zur WM


Herr Deuser, heute ist Freitag. Wie viel sind Sie in dieser Woche schon gelaufen?

Mit heute 57 Kilometer. Heute vierzehn Kilometer. Zwölf gesteigert, die letzten zwei etwas ruhiger. Ich wollte eigentlich vierzehn Kilometer lang steigern, aber am Ende war nichts mehr mit Steigerung. Am Dienstag standen 15 Mal 200 Meter mit Trabpausen auf dem Plan; da wusste ich am Mittwoch kaum, wie ich gehen sollte. Gestern viermal schnelle 2000 Meter, da war ich auch ziemlich platt.

Zu platt?

Nein, gut platt, aber glücklich. Ich bin halt 55 und brauche dummerweise doch etwas Erholung. Und ich muss ein wenig darauf achten, nicht zu leicht zu werden. Ich bin jetzt bei elf Prozent Körperfett, damit bin ich wirklich zufrieden. Wenn man auf einer Bühne steht und zu viel abnimmt, sehen die Leute das im Gesicht. Das muss ja auch nicht sein (lacht).

Sie treiben nicht zum ersten Mal auf hohem Niveau Sport.

In der Jugend bin ich Endläufe um die Deutsche Meisterschaft gelaufen, war Rheinland-Pfalz-Meister, Westdeutscher Vizemeister. Dann kamen aber meine Engagements am Theater. Ich bin noch einmal relativ untrainiert einen Halbmarathon in 1:10 Stunden gelaufen, da war ich 22 Jahre alt. Danach haben alle gesagt: „Mensch, du musst wieder voll einsteigen, daraus musst du was machen.“ Aber das war dann mein letzter Wettkampf. Ich war damals schon zu viel mit meiner Schauspieltruppe unterwegs. Es passte nicht mehr. Obwohl es mir schon gefehlt hat.

Was genau hat Ihnen gefehlt?

Ich habe immer das Gefühl gehabt, dieses Wettkampfkapitel nicht abgeschlossen zu haben. Ich war zwar nicht Weltklasse. Aber ich war schon echt ganz gut. Irgendwie hatte ich immer im Hinterkopf, dass ich gern noch mal einen Wettkampf machen wollte.

Und dann?

Ich habe mir im Fernsehen die Leichtathletik-Europameisterschaften angesehen, 1500 Meter. Meine Frau kam rein und sagte: „Guck mal, da rennen deine Beine!“ Da war ich natürlich erstmal beleidigt, weil ich fand, dass ich gar nicht so dünne Beine habe. Obwohl ich selbstverständlich so dünne Beine habe. In dem Moment wurde mir klar: Das ist dein Ding. 800 Meter oder 1500 Meter. Dann habe ich herausgefunden, dass es Weltmeisterschaften für die Altersklassen gibt: Masters. Nur wir Deutsche schaffen es, so ein Ereignis Senioren-WM zu nennen, als ob wir mit einem Rollator laufen. Also: Es heißt Masters-Championships. Und da will ich im September in Màlaga laufen.

So etwas geht aber nicht nebenher.

Nein. Ich habe Henning von Papen (bis Februar DLV-Bundestrainer der Frauen für Mittel- und Langstrecke, zudem Trainer beim ASV Köln, d. Red.) angerufen. Der hat sich von früher an mich erinnert; die wussten beim ASV Köln schon noch, dass ich einen ganz guten Schritt habe. Henning war da gerade in Rio bei den Olympischen Spielen. Ja, und dann haben wir einen Trainingsplan gemacht. Am 22. Mai 2017 hatte ich meine ersten Testläufe, richtig mit Spikes auf der Bahn beim ASV. Und alle so: „Boah, Knacki – das läuft ja super bei dir!“ Leider war es das danach erstmal für meine Wade.

Kaputtgelaufen.

Sagen wir so: Tolle Zeit, nur meine Wade war noch nicht so weit. Danach stand erst einmal Schwimmen und Radfahren auf dem Plan. Zwar auch vier, fünfmal die Woche. Aber nicht wie ein Verrückter, denn ich habe leider verstanden, dass wir jetzt einen Plan brauchen. Herz-Kreislauf baut man in drei Monaten auf. Die Muskulatur bekommt man in sechs Monaten hin. Aber der Gesamtapparat mit all seinen Sehnen und Gelenken, der braucht Zeit. Also haben wir konsequent mit Krafttraining angefangen, Koordination, Fußarbeit. Und viel mehr auf die Erholung geachtet. Und tatsächlich stehe ich jetzt ganz anders auf den Füßen.

Was bringt Ihnen das Laufen?

Man steckt etwas rein, und es kommt etwas raus. Doch auch da bin ich zuerst in eine kleine Denkfalle geraten: Ich habe gedacht, ich stecke extrem viel rein, dann kommt auch extrem schnell extrem viel raus. Das ist aber nicht so. Es gibt eine grundsätzliche Erkenntnis, dass Menschen komplett überschätzen, was sie in einem Jahr schaffen können. Und komplett unterschätzen, was sie in drei Jahren schaffen können. Deswegen: ruhig anfangen, dann steigern und lange durchhalten.

Wie gehen Sie mit Ihrem Trainingsplan um?

Schwierig sind die ganz harten Einheiten abends. Die schaffe ich nur mit der Gruppe, sonst höre auch ich gerne mal zehn Minuten früher auf. Wenn ich fünfzehn Zweihunderter laufe, diskutiere ich ab dem zehnten mit mir, dass es doch eigentlich jetzt genug ist. Doch wenn alle rennen, überlegt man es sich zweimal.

Sie haben auch Glück, weil Sie Talent haben. Viele Marathonläufer würden lieber 800 Meter laufen…

Weiß ich gar nicht. Wichtig ist nur, dass es mehr gibt als Marathon. Ich mag Marathon, aber es ist nicht meine Strecke. Und das ist es, was ich Menschen mit auf den Weg geben möchte. Laufen ist großartig, aber es muss nicht nur der Marathon sein: Macht doch mal Fünf-Kilometer-Läufe auf Tempo oder Hindernisläufe oder sogar wieder Leichtathletik.

Grübeln Sie beim Laufen?

Bei langen Läufen ja. Beim Training auf der Bahn frage ich mich höchstens, wie ich das durchhalten soll. Ich mache Visualisierungsübungen für die Wettkämpfe. Stelle mir vor, wie ich durchs Ziel laufe. Ich muss dann aber aufpassen, dass ich nicht zu schnell werde, weil mich diese Bilder sehr motivieren. Das Bild, wie ich als 17-Jähriger bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften gewinne, das hole ich heute noch hervor. Eine mentale Stärke aufzubauen, hat ja nicht nur damit zu tun, Lampenfieber im jeweiligen Moment zu überwinden. Es geht ja schon darum, sich vorher in die Stimmung zu bringen, das abrufen zu können, was man kann. Da macht es keinen Unterschied, ob man an einen Start geht oder auf die Bühne. Wobei ich bei einem Start viel nervöser bin als auf der Bühne.

Warum?

Frage ich mich auch (lacht). Ich bin 55 Jahre alt und gehe bei irgendeinem Lauf an den Start. Was soll mir eigentlich passieren? Und trotzdem bin ich total nervös.

Weil Sie das alles ja schon wahnsinnig ernst nehmen.

Eigentlich finde ich es todlustig, was ich da mache. Erstmal bin ich ganz oft total stolz, weil ich mit den jungen Leuten mitlaufen darf. Die hier in meiner Trainingsgruppe, die sind so schnell, die haben alle einen Bundesadler auf der Brust. Und ich darf mit denen laufen. Wie cool ist das denn? Und ich liebe diese Volksläufe. Man ist mit fitten Leuten unterwegs und hat immer was zu quatschen. Ich mag die Läufer einfach.

Es ist also auch Spaß dabei?

Natürlich, sonst würde ich es nicht machen. Wenn ich manchmal vom Training nach Hause komme und meine Frau bitten muss, mir aus dem Auto zu helfen, weil ich es wieder übertrieben habe, dann geht das nur, wenn man sich über sich selbst lustig machen kann.

Wo nehmen Sie die Zeit her?

Ganz ehrlich: Anderthalb, zwei Stunden – die findet man schon. Das ist die Botschaft dahinter: Es ist so viel mehr möglich, als man glaubt. Man muss die Zeit nur geschickt planen. Das heißt, du brauchst eine Idee, daraus baust du dir dein Ziel, und dann kommt der Plan. Wenn man sich vornimmt: „Ich laufe, wenn ich Zeit habe“, wird man nie laufen. Der Plan muss stehen, und dazu gehört dann, dass man auch trainiert, obwohl man keine Lust hat.

Unterscheidet Sie das vom reinen Hobbyläufer?

Ja. Weil das der Deal ist, den man mit sich selbst abschließt. Ich habe meinen Blog „Knacki rennt“ auch nicht angefangen, um große Reichweiten zu erzielen. Sondern wegen des Commitments.

Was erwarten Sie in Málaga?

Ich werde die 800 Meter laufen und dann schauen, ob ich stark genug bin für die 1500 Meter. Mein Ziel ist es, an die 2:10 Minuten zu kommen. Es gibt in meiner Altersklasse zwar noch ein paar Leute, die schneller sind. Aber wir werden sehen, wo es hinführt.

Und danach ist Schluss?

Mein erstes großes Ziel ist Málaga. Aber ich überlege schon, anschließend weiter zu trainieren, denn ich brauche bestimmt noch anderthalb Jahre, um ganz nach vorn zu kommen. Mein Vater läuft immer noch, der ist 84. Das ist doch mal ein Ziel. Und es gibt wenig, das mir so viel Spaß bereitet wie Laufen…

Zur Person

Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser geboren am 28. Mai 1962 in Kaiserslautern, ist Moderator und Comedian, der mit der Comedy-Show „Nightwash“ bekannt wurde. (ksta)

IM GESPRÄCH INTERVIEW AM WOCHENENDE

Wofür brennst du?

Wie oft habe ich diese Frage bei Vorträgen oder in Bücher zu den Themen Motivation, Selbstentwicklung und Erfolg schon gehört oder gelesen und ich kann sagen, ich habe oft und viel nachgedacht, welchen Stellenwert diese Frage in meinem Arbeitskosmos hat.
Im Leben eines jeden Menschen gibt es immer wieder diese außergewöhnlichen Weichenmomente, wo wir vor Entscheidungen stehen, die unser weiteres Leben enorm beeinflussen können. In diesen Lebensphasen ist es natürlich wichtig sich zu fragen, was interessiert dich, was ist dir wichtig und auch: Wofür brennst du?! Diese Frage ist enorm wichtig um Ziele und Wünsche zu definieren, aber wir sollten auch aufpassen, dass wir uns in unserem tagtäglichen Leben nicht permanent von dieser Frage ablenken lassen und mit einem schlechten Gewissen durch die Welt gehen, nur weil wir nicht für jedes Brötcheneinkaufen oder jeden Moment unsere Arbeit brennen. Dieser omnipräsente Wunsch nach permanenter Selbsterfüllung kann schnell auch zu Frust und Handlungsblockaden führen. Wir können uns doch nicht ernsthaft vor jeder tagtäglichen Entscheidung in unserem Leben mit der Frage „Wofür brennst du?“ auseinandersetzen? Ehrlich gesagt ist mir dieser Ansatz viel zu passiv. „Wofür brennst du?“ ist, als ob du ein kleines Kind fragst: „Womit möchtest du denn jetzt spielen?! Und es antwortet wie es sich für ein Kind gehört mit dem Wünschen, dass es gerade am meisten beschäftigt: „Jetzt mit Bauklötzchen, nee jetzt mit deinem Handy, ne mit einem Ball, jetzt habe ich Hunger.“
Vielleicht sollten diese wichtige Frage „Wofür brennst du?“ sehr dosiert einsetzen und uns häufiger die Frage stellen, wie schaffe ich es, für das, was gerade auf meiner Agenda steht, zu „brennen“? Natürlich müssen wir immer wieder unsere grundsätzliche Lebens- oder Jobstrategie überdenken, aber viel häufiger müssen wir diese Strategien und Entscheidungen in unserem täglichen Leben umsetzen.  Wettkämpfe oder auch Auftritte sind ein unglaublich gutes Beispiel für diese Herangehensweise. Natürlich stehe ich manchmal morgens auf und habe nicht wirklich Lust auf die nächste Trainingssession oder den nächsten Auftritt! Aber – es ist meine Aufgabe mich so zu motivieren, dass ich in ab dem Moment, wo das Training oder der Auftritt beginnt, ich für diesen Moment brenne. Wir sollten Motivation als einen aktiven Prozess verstehen, den wir selber steuern können und sollten und nicht etwas, dass uns von außen aufgestülpt wird.
Ich habe (auch von mir) genügend Entschuldigungen Leben gehört: „Ich habe noch nicht mein Ding gefunden. Mein Job macht mir halt keinen Spaß, deshalb läuft das auch nur so mittel. Aber IRGENDWANN weiß ich wofür ich brenne und DANN gehe ich auch mit der nötigen Leidenschaft an die Arbeit.“ Dieser Ansatz ist meiner Meinung nach schon deshalb so schwierig, weil man selten zu 100% weiß, was man genau will. Dieser Wunsch nach 100% Sicherheit ist sowieso einer der größten Erfolgsverhinderer. (Aber das ist eine weitere Geschichte.) Wichtig ist es eine Richtung zu bestimmen, zu klären, was man auf keinen Fall will und dann sollte man auch einmal starten. Häufig muss man erst einmal losgehen, um genau zu wissen, was man überhaupt will. Aber selbst wenn man weiß, was man will, heißt das noch lange nicht, dass man jetzt wie selbstverständlich jeden Tag motiviert ist. Leidenschaft und Motivation kommen nicht, bloß weil wir einmal eine richtige Entscheidung getroffen haben. Natürlich müssen wir diese Entscheidungen treffen und unsere Leidenschaften definieren, ABER es ist unser Job diese Leidenschaft jeden Tag von neuem anzufeuern. Es ist UNSER Job uns tagtäglich zu motivieren! Es ist unser Job dafür zu sorgen zu brennen und nicht drauf zu warten, dass irgendwelche chemischen oder neurologischen Vorgänge und Prozesse in unserem Gehirn festlegen, ob wir erfolgreich und glücklich werden. Und vor allem sollten wir nicht permanent frustriert sein, nur weil wir nicht jeden Moment unseres Lebens für jeden Moment „brennen“. (Manchmal muss man einfach durchhalten…)

 

Silvester, Ski & jede Menge Vorsätze (KW 1)

WOCHENREPORT 31.12.2017 – 07.01.2018 (KW 1)

Manchmal muss eine Woche auch mal 8 Tage dauern…  

Da ich letzte Woche den Wochenreport ausgesetzt habe (war etwas faul),  baue ich den vorletzten Sonntag (31.12) einfach in meinen aktuellen Wochenreport mit ein.
Das Jahr hörte exakt so auf, wie ich das komplette Jahr empfunden habe. Sehr viel Einsatz, viel Leidenschaft, große Zufriedenheit, aber noch Luft nach oben 😉
Am 31.12 stand das erste und letzte 10km Rennen des Jahres 2017 an. Zur Erinnerung: letztes Jahr bin ich 40:04 gelaufen. Danach bin ich keinen weiteren 10er gelaufen. Dieses Mal wollte ich die 40:00 sicher knacken und war sicher, dass ich es draufhabe. Bis Kilometer war ich auch in Time, aber dann kam der große Hammer. Ergebnis: 40:10!!!  Habe alles gegeben, habe einen super Endspurt hingelegt, aber es fehlt doch wieder eine Kleinigkeit. Gut, dann habe ich eben ein weiteres Ziel für 2018 …
Das neue Jahr fing mit etwas Erholung und dem typischen Kurzurlaubstress an. Ich liebe es wegzufahren und gleichzeitig frage ich mich immer, warum fahre ich nicht einmal 2 oder 3 Wochen weg? So schön Kurztripps auch sind, mal länger wegzufahren hätte auch was?! Na gut, damit steht das als nächstes Ziel auf meiner Vorsatzliste 2018.
Ganz oben auf dieser Liste steht der Wunsch sich nicht zu verletzten. Insbesondere halbwegs heil durch den Januar zu kommen, denn das ist immer mein anstrengendster Monat.
Des Weiteren habe ich mir vorgenommen immer positiv in jedes Training und jeden Wettkampf zu gehen. Kein Jammern, viel Lächeln und jede Einheit als ein kleines Geschenk zu sehen. Und zusätzlich versuche ich auch immer freundlich gegenüber alle Läufern und Läuferinnen auf der Strecke zu sein. Mir ist aufgefallen, dass sich viele zum Anfang des Jahres, wenn man sich beim Laufen über den Weg läuft, freundlich grüßen. Und ab Februar guckt keiner den anderen mehr an. Warum? Nimmt er oder sie einem die notwendig Luft weg? Ich weiß ja aus eigener Selbstanalyse, dass eine gewisse lässige Smalltalkfähigkeit noch nie deutsche Kernkompetenz war. Na gut, dann habe ich ja hier ein neues Arbeitsfeld 😉

Silvesterlauf 2017 TUS Köln rrh
Silvesterlauf 2017 TUS Köln rrh

 

MEINE WOCHENDATEN:

Sonntag: (mittags) Silvesterlauf TUS RECHTSRHEINISCH
10 km 40:10 2. Platz AK 55
(abends) Silvesterfeier mit Freunden. Großer Spaß und habe mich den ganzen Tag auch nicht über die 40:10 geärgert. (Ich bin wohl endgültig erwachsen geworden 😉  )

Montag: (morgens) DL 10 km locker zur Entspannung ø 5:05
(mittags) Anreise Kurzrtripp (Ski) über Füssen

Schloß Neuschwanstein - das Schloss haben die doch von Disney geklaut ...
Schloß Neuschwanstein – das Schloss haben die doch von Disney abgeschaut …

Dienstag – Freitag: (tagsüber)  Ski in Obergrugl, viel Schnee und brav die Oberschenkel trainiert

Wenn ich etwas in Köln vermisse, dann Sonne ...
Wenn ich etwas in Köln vermisse, dann Sonne …
Vollmond im Ötztal
Vollmond im Ötztal
Wo ist unser Auto?
Wo ist unser Auto?

Samstag: (morgens / zurück in Köln) Hügelläufe; EL 2,8 km, 15x Hügelläufe (185m) P=Trab, SP = 1km; AL 2,8 km
(tagsüber) Koffer ausgeladen

Sonntag: (mittag) DL 15 km ø 4:34 (fast entspannt)
(abends) Wildcard Playoffs geguckt

Zusammenfassung der Woche:  Das letzte Jahr hörte gut auf, aber ich sehe noch einiges an Potential für 2018. Kurzurlaub war sehr entspannend. Aber jetzt kommt einer der härtesten Monate des Jahres. Doch die Erfahrung hat mich gelehrt: Weglaufen hat noch nie was gebracht. Also Augen zu und ab durch den Januar. Anfang Februar wartet ja schon der nächste Kurztripp …

Keep on running & ein super schnelles 2018  …

Spaß oder Disziplin?

Wochenreport 16.10. – 22.10.2017
„Wie kann man nur so viel Disziplin haben? Ich genieße lieber das Leben!“
Mit Sicherheit bin ich nicht der einzige, der von Freunden und Bekannten solche Sätze gehört hat. Gerade wenn ich von meinem Laufprojekt KNACKI RENNT erzähle, höre ICH solche Kommentare des öfteren. Und natürlich mache ich mir dann sofort Gedanken, was ich antworten soll und ob die anderen nicht vielleicht sogar Recht haben. Spaß oder Disziplin? Natürlich will ich Spaß haben und mein Leben genießen. Aber dieses „lebe den Moment“ ist nicht mein Ding. Natürlich lebe ich jeden Moment. Wer will schon alle paar Tage mal kurz tot sein? Widersprechen sich Disziplin und Genuss wirklich? Disziplin ist doch kein Wert an sich. Disziplin ist für mich ein Werkzeug, dass mir hilft meine Ziele schneller zu reichen, als wenn ich mich jeden Moment meines Lebens immer wieder von neuem für das jeweilige Ziel motivieren muss. Wir kennen doch alle solche Situationen, wo wir mehr Zeit damit verbringen zu überlegen, wie wir um eine Aufgabe drumrum kommen können, als wir brauchen würden sie sofort zu lösen. Gerade weil ich gerne lebe und auch gerne Spaß habe, versuche ich meine Ziele und Aufgaben möglichst diszipliniert abzuarbeiten. Auf das Laufen bezogen heißt das: natürlich brauche ich einen Plan und natürlich macht nicht jede Trainingssession gleich viel Spaß. Aber wer erst einmal ein paar Wochen und Monate durchgehalten hat, wird wahrscheinlich viel zufriedener sein, als wenn er (oder sie) sich jeden einzelnen Moment hinterfragt, ob man jetzt nicht doch besser etwas genussvolleres tun könnte.
Natürlich muss man trotz aller Disziplin und Pläne immer bereit auch mal kurzfristig alles über den Haufen zu werfen. Und natürlich kenne ich solche Momente auch. Und dann ziehe einfach meine Laufklamotten aus und spiele Tennis …
Hier wird diszipliniert der Spaß geplant ...
Hier wird diszipliniert der Spaß geplant …
Meine Wochendaten:

Montag: (morgens) Rückreise aus Leipzig 2x50m Sprints um ICE zu erreichen…
(abends) EL 6 km; 60´ (Krafttraining)

Leipzig am Morgen
Leipzig am Morgen

Dienstag:  (morgens) Eine Premiere für meine Firma Stand-up & More. Seit heute beraten wir auch das erste Unternehmen bei Aufbau eines neuen Geschäftsfelds.
(abends) EL 3 km; 7xHügelläufe (400m hoch, 400m wieder runter, 5,6km); AL 3 km; (11,6 km, sehr anstrengend, erstaunlich, dass man sogar in Köln einen Hügel finden kann.)

Mittwoch:  (abends) DL 12 km ø 4:56 

Donnerstag: frei
(nachmittags) Vortrag in Stuttgart „Anders denken, mutig handeln“

Freitag: (morgens) DL 8km ø 5:10;  1000m Koordination & 6x 100m Sprint; 30´Kraft

Samstag: (mittags) 75´Fahrrad
(abends) Premiere von Maxi Gstettenbauer im Club Bahnhof Ehrenfeld / Köln im Rahmen der Köln Comedy Festivals. Meine Firma Stand-up & More begleitet und berät Maxi auf seinem Weg zu Ruhm und Erfolg 😉 und ich bin mir sicher, dass er mit seinem neuen Soloprogramm ganz oben im Comedyhimmel ankommen wird.

Premiere Maxi Gstettenbauer (CBE 2017) & das ganze Team (zufrieden)
Premiere Maxi Gstettenbauer (CBE 2017) & das ganze Team von Stand-up & More (sehr zufrieden)

Sonntag:  (Mittags) DL 12km ø 5:28 (locker)

Zusammenfassung der Woche: Harte Einheiten, gerade zum Beginn der Woche. Leider habe ich mir eine leichte Entzündung in der rechten Ferse zugezogen. Am Montag geht es zum Doc. Ich sehe mich schon die kommende Woche mehr auf dem Rad als im Wald. Ist aber auch nicht wirklich schlimm. Ist gut für die Grundlagenausdauer und das geht ja gut auf dem Rad …

Keep on running & und Herbst genießen …

Warum ich laufe

Wochenreport 02.10. – 08.210.2017
Immer wenn ich die letzte 2 Wochen ein paar Notizen zum Wochenreport hinzufügen wollte, ist das Wochenende über so viel auf der Welt passiert, dass mir das, was ich schreiben wollte zu banal erschien. Trotzdem veröffentliche ich die Daten, weil ich denke, dass man immer durchhalten muss. Nur wer dran bleibt, kann etwas verändern. Und gerade an den doofen und unangenehmen Tagen sollte man sich von seinem Plan nicht abbringen lassen. Außerdem hilft Sport und Laufen im Besonderen, dass du den Kopf frei bekommst und wieder denken kannst. Wenn du dir die Welt ansiehst, dann kann man manchmal schon an dem Übermass an Unverstand verzweifeln. Manchmal wünsche ich mir, dass gerade in der Weltpolitik mehr gedacht und mehr miteinander geredet wird. Am Stammtisch kann man ja jeder gerne schnell urteilen und seine Meinungen auch emotional äußern. Dieses Bedürfnis hat ja jeder mal. Doch Verantwortung, und das sollte ja einer der Leitfäden von Politik sein, hat immer etwas mit der Bereitschaft zu tun Kompromisse einzugehen.
Hier meine Wochendaten:

Montag: (abends) EL 3,2 km 3x 1000m (Straße); 3:55, 3.45, 3:42 P = 2 Min;  AL 2,1 km

Dienstag:  (morgens) 50´Krafttraining

Mittwoch: (nachmittags) DL 8,2 km ø 4:45 (lief gut, musste mich bremsen)

Donnerstag: (morgens) 35`Stabi (Core)
(abends) EL 6,1 km; 4x8x200 Lauf ABC (incl. Hopserläufe); AL 2,1 km

Freitag: (morgens) Pause

Samstag: (mittags) DL 11,1 km ø 5:15 (Bergig und ruhig)

Es läuft sich leichter in der Sonne
Es läuft sich leichter in der Sonne

Sonntag: (nachmittags)  DL 12,3 km ø 5:40 (sehr langsam. Das fällt mir echt schwer, aber am nächsten Tag merke ich immer wie entspannt die Beine sind.)


Zusammenfassung der Woche:
 Das Training lief wieder richtig gut. Körper ist fit und verletzungsfrei. Es macht Spaß morgens wieder aufzustehen und nicht als erstes überlegen zu müssen, welche Übungen du gleich machen musst, damit du die nächste Treppe heil rauf oder runter gehen kannst 😉

Keep on running & und geduldig bleiben …

Deutschland braucht mehr Leichtathleten

Was für eine Freude sich die Leichtathletik WM in London anschauen zu können. Fitte Jungs und Mädels oder Männer und Frauen treten in den unterschiedlichsten Sportarten gegen einander an. Alle sind durchtrainiert, sehen gut aus, haben sehr oft sehr viel Spaß und das allerbeste: sie alle sind später für die Gesellschaft gewonnen. Die wenigsten von ihnen können sich mit dem Sport ihr ganzes Leben finanzieren. Aber wenn du so etwas wie Leichtathletik, Schwimmen, Rudern oder sogar Bogenschießen machst, dann lernst du dich durchzubeißen und zu motivieren.
In der Regel bleibt ihnen gar nichts anderes übrig als nach ihrer Karriere einem „normalen“ Job nachzugehen. Viele von den Leichtathleten studieren, werden Unternehmer/in, Lehrer/in, Journalisten, Komiker oder gehen sonstigen Jobs sehr erfolgreich nach. So studiert der deutsche 1500n Meter Läufer Timo Benitz neben seinem Training auch noch Luft- und Raumfahrttechnik.
Gleichzeitig bin ich auch immer ein wenig enttäuscht, dass es nur so wenige deutsche Medaillen gibt. Aber den Athleten und Athletinnen, die in London antreten darf man die wenigsten Vorwürfe machen, denn die sind ja da. DIE haben ja alles gegeben und vieles geopfert. Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe ist, wie ein Land wie Deutschland nicht mehr Geld für die Sportförderung in die Hand nimmt.
Vielleicht weil Sport von vielen heutzutage nur noch als Unterhaltung betrachtet wird und Unterhaltung muss sich halt selber finanzieren. Leider verwechseln wir oft Sport mit Fußball und selbst Fußball ist mehr als nur Unterhaltung. Sport (in jeder Form) ist eine extrem wichtige Grundlage für ein gesundes und erfolgreiches Leben. Und – und das ist den heutigen Zeit extrem zu beachten – eine Hilfe eine gemeinsame Identität zu schaffen. So viele Diskussionen werden momentan in Deutschland geführt „Was ist deutsch?“ und „Wer ist Deutsch?“. Nur Weniges schafft mehr Zusammenhalt und Identität wie Sport.
Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein Geld für die Sportförderung in die Hand zu nehmen und vor allem müssen Vereine und Schulen viel mehr zusammenarbeiten. Natürlich hat die Entwicklung von Ganztagsschulen große Auswirkungen auf die deutsche Vereinsstruktur. Ja und? Dann ist das halt so. Dann müssen wir uns halt bewegen und neue Strukturen schaffen. Aber auch in diesem Fall sind neben den Vereinen noch mehr der Staat und die Länder gefordert. Kümmert euch endlich wieder um Schulsport und fördert Talente! Egal ob Leichtathletik, Schwimmen, Ringen oder wegen mir sogar Schach. Wenn wir mehr Sportarten fördern, dann werden wir irgendwann auch wieder mehr Medaillen gewinnen und dann werden sich Zuschauer automatisch auch mal etwas anders als Fußball anschauen.
Und zum Abschluss noch einmal ein kurzer Verweis zum Fußball. Ich bin auch begeisterter Fußballfan, aber manchmal frage ich mich, was sollen wir mit all den Profifußballern im Ruhestand anstellen? Immer mehr sind mit 45 Jahren pleite und müssen vom Staat finanziert werden. Selbst das Dschungelcamp wird sie irgendwann nicht alle mehr unterbringen können.

So ein Problem gibt es mit Leichtathleten nicht 😉