Spaß oder Disziplin?

Wochenreport 16.10. – 22.10.2017
„Wie kann man nur so viel Disziplin haben? Ich genieße lieber das Leben!“
Mit Sicherheit bin ich nicht der einzige, der von Freunden und Bekannten solche Sätze gehört hat. Gerade wenn ich von meinem Laufprojekt KNACKI RENNT erzähle, höre ICH solche Kommentare des öfteren. Und natürlich mache ich mir dann sofort Gedanken, was ich antworten soll und ob die anderen nicht vielleicht sogar Recht haben. Spaß oder Disziplin? Natürlich will ich Spaß haben und mein Leben genießen. Aber dieses „lebe den Moment“ ist nicht mein Ding. Natürlich lebe ich jeden Moment. Wer will schon alle paar Tage mal kurz tot sein? Widersprechen sich Disziplin und Genuss wirklich? Disziplin ist doch kein Wert an sich. Disziplin ist für mich ein Werkzeug, dass mir hilft meine Ziele schneller zu reichen, als wenn ich mich jeden Moment meines Lebens immer wieder von neuem für das jeweilige Ziel motivieren muss. Wir kennen doch alle solche Situationen, wo wir mehr Zeit damit verbringen zu überlegen, wie wir um eine Aufgabe drumrum kommen können, als wir brauchen würden sie sofort zu lösen. Gerade weil ich gerne lebe und auch gerne Spaß habe, versuche ich meine Ziele und Aufgaben möglichst diszipliniert abzuarbeiten. Auf das Laufen bezogen heißt das: natürlich brauche ich einen Plan und natürlich macht nicht jede Trainingssession gleich viel Spaß. Aber wer erst einmal ein paar Wochen und Monate durchgehalten hat, wird wahrscheinlich viel zufriedener sein, als wenn er (oder sie) sich jeden einzelnen Moment hinterfragt, ob man jetzt nicht doch besser etwas genussvolleres tun könnte.
Natürlich muss man trotz aller Disziplin und Pläne immer bereit auch mal kurzfristig alles über den Haufen zu werfen. Und natürlich kenne ich solche Momente auch. Und dann ziehe einfach meine Laufklamotten aus und spiele Tennis …
Hier wird diszipliniert der Spaß geplant ...
Hier wird diszipliniert der Spaß geplant …
Meine Wochendaten:

Montag: (morgens) Rückreise aus Leipzig 2x50m Sprints um ICE zu erreichen…
(abends) EL 6 km; 60´ (Krafttraining)

Leipzig am Morgen
Leipzig am Morgen

Dienstag:  (morgens) Eine Premiere für meine Firma Stand-up & More. Seit heute beraten wir auch das erste Unternehmen bei Aufbau eines neuen Geschäftsfelds.
(abends) EL 3 km; 7xHügelläufe (400m hoch, 400m wieder runter, 5,6km); AL 3 km; (11,6 km, sehr anstrengend, erstaunlich, dass man sogar in Köln einen Hügel finden kann.)

Mittwoch:  (abends) DL 12 km ø 4:56 

Donnerstag: frei
(nachmittags) Vortrag in Stuttgart „Anders denken, mutig handeln“

Freitag: (morgens) DL 8km ø 5:10;  1000m Koordination & 6x 100m Sprint; 30´Kraft

Samstag: (mittags) 75´Fahrrad
(abends) Premiere von Maxi Gstettenbauer im Club Bahnhof Ehrenfeld / Köln im Rahmen der Köln Comedy Festivals. Meine Firma Stand-up & More begleitet und berät Maxi auf seinem Weg zu Ruhm und Erfolg 😉 und ich bin mir sicher, dass er mit seinem neuen Soloprogramm ganz oben im Comedyhimmel ankommen wird.

Premiere Maxi Gstettenbauer (CBE 2017) & das ganze Team (zufrieden)
Premiere Maxi Gstettenbauer (CBE 2017) & das ganze Team von Stand-up & More (sehr zufrieden)

Sonntag:  (Mittags) DL 12km ø 5:28 (locker)

Zusammenfassung der Woche: Harte Einheiten, gerade zum Beginn der Woche. Leider habe ich mir eine leichte Entzündung in der rechten Ferse zugezogen. Am Montag geht es zum Doc. Ich sehe mich schon die kommende Woche mehr auf dem Rad als im Wald. Ist aber auch nicht wirklich schlimm. Ist gut für die Grundlagenausdauer und das geht ja gut auf dem Rad …

Keep on running & und Herbst genießen …

Deutschland braucht mehr Leichtathleten

Was für eine Freude sich die Leichtathletik WM in London anschauen zu können. Fitte Jungs und Mädels oder Männer und Frauen treten in den unterschiedlichsten Sportarten gegen einander an. Alle sind durchtrainiert, sehen gut aus, haben sehr oft sehr viel Spaß und das allerbeste: sie alle sind später für die Gesellschaft gewonnen. Die wenigsten von ihnen können sich mit dem Sport ihr ganzes Leben finanzieren. Aber wenn du so etwas wie Leichtathletik, Schwimmen, Rudern oder sogar Bogenschießen machst, dann lernst du dich durchzubeißen und zu motivieren.
In der Regel bleibt ihnen gar nichts anderes übrig als nach ihrer Karriere einem „normalen“ Job nachzugehen. Viele von den Leichtathleten studieren, werden Unternehmer/in, Lehrer/in, Journalisten, Komiker oder gehen sonstigen Jobs sehr erfolgreich nach. So studiert der deutsche 1500n Meter Läufer Timo Benitz neben seinem Training auch noch Luft- und Raumfahrttechnik.
Gleichzeitig bin ich auch immer ein wenig enttäuscht, dass es nur so wenige deutsche Medaillen gibt. Aber den Athleten und Athletinnen, die in London antreten darf man die wenigsten Vorwürfe machen, denn die sind ja da. DIE haben ja alles gegeben und vieles geopfert. Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe ist, wie ein Land wie Deutschland nicht mehr Geld für die Sportförderung in die Hand nimmt.
Vielleicht weil Sport von vielen heutzutage nur noch als Unterhaltung betrachtet wird und Unterhaltung muss sich halt selber finanzieren. Leider verwechseln wir oft Sport mit Fußball und selbst Fußball ist mehr als nur Unterhaltung. Sport (in jeder Form) ist eine extrem wichtige Grundlage für ein gesundes und erfolgreiches Leben. Und – und das ist den heutigen Zeit extrem zu beachten – eine Hilfe eine gemeinsame Identität zu schaffen. So viele Diskussionen werden momentan in Deutschland geführt „Was ist deutsch?“ und „Wer ist Deutsch?“. Nur Weniges schafft mehr Zusammenhalt und Identität wie Sport.
Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein Geld für die Sportförderung in die Hand zu nehmen und vor allem müssen Vereine und Schulen viel mehr zusammenarbeiten. Natürlich hat die Entwicklung von Ganztagsschulen große Auswirkungen auf die deutsche Vereinsstruktur. Ja und? Dann ist das halt so. Dann müssen wir uns halt bewegen und neue Strukturen schaffen. Aber auch in diesem Fall sind neben den Vereinen noch mehr der Staat und die Länder gefordert. Kümmert euch endlich wieder um Schulsport und fördert Talente! Egal ob Leichtathletik, Schwimmen, Ringen oder wegen mir sogar Schach. Wenn wir mehr Sportarten fördern, dann werden wir irgendwann auch wieder mehr Medaillen gewinnen und dann werden sich Zuschauer automatisch auch mal etwas anders als Fußball anschauen.
Und zum Abschluss noch einmal ein kurzer Verweis zum Fußball. Ich bin auch begeisterter Fußballfan, aber manchmal frage ich mich, was sollen wir mit all den Profifußballern im Ruhestand anstellen? Immer mehr sind mit 45 Jahren pleite und müssen vom Staat finanziert werden. Selbst das Dschungelcamp wird sie irgendwann nicht alle mehr unterbringen können.

So ein Problem gibt es mit Leichtathleten nicht 😉